Man nennt mich Digital Native, aber eigentlich bin ich es nicht wirklich. Mit 14 habe ich mich zum ersten Mal in einen Chatroom eingeloggt, mit 15 gab es das erste Knochenhandy zum Geburtstag und mit 24 das erste Smartphone. Ich bin nicht von klein auf damit aufgewachsen, aber es gehört zu meinem Leben dazu und als Blogger bin ich sowieso von früh bis abends digital unterwegs.

Facebook, Instagram, Twitter und Snapchat sind meine ständigen Begleiter. Damit war ich auch das erste digitale Wesen in unserer Familie und wurde komisch beäugt. Das hat sich im letzten Jahr geändert und meine Familie weiß inzwischen, was man mit diesem kleinen, flimmernden Kasten alles machen kann. Mein Papa hat zum 70. Geburtstag ein Smartphone bekommen, meine Nichte (14 Jahre) und mein Neffe (17 Jahre) sind alt genug geworden und sind nun digital unterwegs – und somit auch mein Bruder und seine Frau, um sie zu beschatten. Ich spiele jetzt gegen alle Quizduell und habe eine Familien WhatsApp-Gruppe gegründet.

Wie ich das finde, dass jetzt alle digital unterwegs sind? Eigentlich ganz gut und praktisch.

Ich bekomme von meiner Schwägerin, die Apothekerin ist, auf Reisen schnell Tipps, was gegen Zahnweh hilft, wer meine Nichte vom Schwimmen abholt und wie das Wetter im Urlaub ist. Oder wie ein Abend verläuft, wenn das Internet mal nicht funktioniert:

whats_app_familieMeine Eltern haben leider noch nicht so ganz verstanden, dass man auch antworten kann. Vielleicht würden dann auch lustige Dialoge entstehen, wie man sie gerade überall im Netz findet. Witzige WhatsApp-Dialoge sind die neuen „SMS von letzter Nacht“.

 

Doch bei meiner Familie kann ich da wohl vergeblichst warten, dass ein Knaller à la Netmoms rauskommt.

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Quelle: Netmoms

 

Bei Buzzfeed wird vor dem Tag gewarnt, an dem Mütter Emojis für sich entdecken und auch die Süddeutsche Zeitung landet mit seiner „Gefühlten Wahrheit“ über Sms-Kommunikation mit den Eltern einen viralen Hit, der seinesgleichen sucht.

Bei meiner Kollegin und Blogfabrikantin Laura Gehlhaar ist es auch eher unspektakulär, wie man diesem Tweet entnehmen kann.

 

 

Unsere Kollegen von Refinery 29 haben auch ein paar gute Dialoge auf Lager.

 

Aber wenigstens muss ich ab und zu schmunzeln, wenn ich am Tag danach die Chats mit meinem Freund durchlese …

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Headerfoto: Tsahi Levent-Levi Titel: Sizing up WhatsApp and Twitter unter CC BY 2.0