Letzte Woche hat in Berlin ein neuer Coworking-Space aufgemacht, der eine erfrischende Alternative zu Cafés und herkömmlichen Anbietern ist: Unicorn.

Ich höre euch schon: „Ach so ja, noch so ein Coworking-Space halt. Ein Office, wo Freiberufler und Start-uper zusammenkommen können. Oder ein Café wie St. Oberholz. Und, welches ist es dieses Mal?“ Weder noch! Uhm, oder besser vielleicht beides! Wie man’s nimmt!

Falls ihr euch noch nicht so gut mit der Startup-Terminologie auskennen solltet: Ein Unicorn ist ein Unternehmen, das sich erfolgreich als Startup etabliert hat – und zwar so richtig. Mit einem Marktwert von über einer Milliarde Dollar. Kleine Ansprüche also, die sich Unicorn mit diesem Namen stellt.

Unicorn 04

Letzten Montag waren wir eingeladen, Unicorn für einen Tag auszuprobieren. Die Location ist klein, aber definitiv fein und sehr zentral gelegen auf der Brunnenstrasse, Ecke Invalidenstraße. Statt wie in einem großen Office-Hub, fühlt man sich hier eher wie bei coolen Freunden zu Hause. Freunden mit gutem Einrichtungsgeschmack, die mich auch lecker bekochen. Zum Mittag konnten wir ein paar Sachen vom Menü ausprobieren: Gaspacho mit gerösteter Paprika und Tomate, Zucchini-Pasta Salat, glutenfreie Quiche und Sandwiches mit Kürbis. Zum Ende noch Avocado-Macaroons mit Chia-Beeren-Marmelade und ein schöner Kaffee. So mag ich meine Freunde. Ich könnte mir durchaus Schlimmeres vorstellen.

Unicorn

Für den Tag haben wir einen festen Arbeitsplatz zugewiesen bekommen. Die Schreibtische stehen hinten Richtung Hof, weg vom Trubel des Cafés. Wie von einem Coworking zu erwarten, ist alles hier vorhanden, von integrierten Steckdosen und Schreibtischlampen, Zugang zu Drucker, Meeting-Raum und natürlich Wifi. Das Netz reicht sogar bis zum Weinbergspark und an einem sonnigen Tag könnt ihr somit das Office auch nach draußen verlagern und etwas frische Luft schnappen.

Unicorn 10

Unicorn bietet ein ganz anderes Konzept an als St. Oberholz zum Beispiel, das direkt ums Eck ist. Mit insgesamt nur 15 Arbeitsplätzen ist es hier entspannter und ruhiger. Aber das heißt auch, dass einfach weniger Platz da ist. Dank einer App, die bald erhältlich sein wird, könnt ihr morgens ganz gemütlich vom Bett aus einen Sitzplatz anmieten und müsst nicht extra früh aufstehen, um euch noch vor dem ersten Kaffee einen Platz im Unicorn zu sichern. Und wenn doch mal alle Tische belegt sein sollten, kann man sich immer auch vorne ins Café setzen. Hier kann man auch die Reste der Wandkunst bewundern, die noch vom einstmals hier ansässigen Kingkong Club übrig geblieben sind.

Unicorn ist brandneu und man merkt, wie viel Sorgfalt reingeflossen ist. Es erwarten euch ein funktionaler und warm gestalteter Arbeitsplatz, veganes Essen und eine einladende Atmosphäre – quasi wie zu Hause. Nur produktiver. Und während die Buchungsapp noch fertig entwickelt wird, würde ich empfehlen, einfach mal in der Brunnenstraße vorbei zu schauen, das Café zu nutzen und wenn euch danach steht, könnt ihr euch dann auch spontan einfach einen Arbeitsplatz vor Ort anmieten.

Unicorn Berlin
Brunnenstraße 173 (Ecke Invalidenstraße)
täglich geöffnet von 7 bis 22 Uhr

Headerfoto: Ailine Liefeld

Text & Fotos: Yoori Koo