„Worüber wollen wir unseren nächsten Artikel fürs Daily Bread Mag schreiben?“ – „Oh je, keine Ahnung. Wie wäre es mit den schönsten Liebesgeschichte in der Oper?“ – „Wen interessiert das denn?“ – „Mich“ – „Ich tipp das mal ein auf unserer imaginären Schreibmaschine.“ – „Okay, okay. Dann keine Oper … noch nicht.“ – „Denken wir später darüber nach, wir müssen jetzt zum Speed-Dating…

 

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Mmmh lecker. Was mit Essen! Erst mal ein Foto für Insta knipsen.

 

Manchmal liegt das Gute so nah. Doch im obligatorischen Zeitstress werden Aktionen wie ein Speed-Dating selten wohlwollend aufgenommen. Und ein fixer Termin im Kalender reiht sich schnell in die riesige To-Do-Liste ein. Abhaken. Das Nächste. Aber die Blogfabrik ist kein typischer Arbeitsplatz. Zum Glück. Denn alle Fabrikanten wurden zu einer liebevoll gestalteten Aktion verdonnert (<3). Dem traditionellen 1. Blog-Dating. Wir schlurften also von unseren Arbeitsplätzen in den großen Gemeinschaftsraum und wurden mit einem fürstlich gedeckten Frühstücksbuffet überrascht. Schon wurde die To-Do-Liste kleiner und Prioritäten verschoben sich auf den nächsten Tag.
Anlass oder Ursache (wer weiß das so genau) für diese außerbetriebliche Gemeinschaftsexkursion war die Idee, die vielen kreativen Köpfe und Köpfinnen nicht nur beim Pausieren auf dem Blogfabrikhof zusammenkommen zu lassen.
Schließlich waren Eröffnungsfeier oder Raki-Abend oderoderoder schon gelungene Gelegenheiten. Aber das konservative Kennenlern-Ritual lautet: Erst Party, dann Date. Und so trafen wir uns alle und waren neugierig darauf, wo die Schnittstellen der gemeinsamen Projekte liegen, ob die anderen jemanden kennen, der jemand kennt, der vielleicht ein Theremin verborgt. Schlussendlich eine gute Idee in der Theorie. Aber in der Praxis war jetzt erst mal nur wichtig, ein Croissant, Guacamole und ein Glas Orangensaft zu bekommen und vergnügt mit den anderen zu quatschen. War ja schließlich ein wenig wie im Ferienlager. Die Kinder saßen an ihren Tischen, quasselten, mampften ihre Brötchen und frische Feigen. (Falsches Beispiel. Solche Ferienlagern kennen wohl die Wenigsten.) Aber die Atmosphäre war dieselbe. Ähnlich kindlich murrten wir dann rum, als wir nicht weiterschnacken konnten, denn unsere Betreuer Claudio und Maria hatten ja den nächsten Tagesabschnittspunkt geplant: Das gemeinsame Kennenlernen in Form einer Speed-Dating-Situation.

Der genaue Ablauf soll aber ein gutgehütetes Geheimnis bleiben. Ich kann so viel verraten: Das Wechselsystem der Gesprächspartner basiert auf einem kniffligen Algorithmus, der einerseits für unmathematische Menschen undurchschaubar ist, aber vermutlich die Probleme dieser Welt im Nu lösen könnte. Und problemlos gestalteten sich auch die Frage- und Antwortrunden. In knapp bemessener Zeit konnten wir rausfinden, warum der Kollege, den man bis dahin nur vom Raucherhof Fitnessraum kannte, ein lebenslanges Trauma vom Musical Cats davon getragen hat. Dass der Charakterdarsteller Till Schweiger nicht überall bekannt ist – zumindest nicht in der Blogfabrik (Ich wiederhole gern. Ein traumhafter Ort). Oder dass das Scheitern im Leben auch eine Chance sein kann. Es wurde philosophisch (<3). Doch irgendwann klingelte zum Schluss der Wecker, vereinzelte „Nein“-Rufe waren zu vernehmen und alle wurden auf das nächste Blog-Dating vertröstet. Zu gern wollte man noch mehr über die spannenden Ideen und Konzepte von den anderen Blogs erfahren. Denn wer nicht fragt, bleibt dumm. Und wer seine Ideen hortet, ist ein Content-Hamster. Und das klappt nicht in einer Gemeinschaft. Aber so ein Arbeitstreffen im Form einer Kennenlern-/Nachfragrunde funktioniert und sicherlich nicht nur bei uns in der Blogfabrik. Einfach mal selbst ausprobieren.
Nach knapp zwei Stunden verließen wir gestärkt mit Kaffee, Gebäck und neuen Eindrücken die Blog-Aula, kehrten an unsere Schreibtische zurück und zerbrachen uns weiter die Köpfe.

 

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Pling, pling. Bitte hören Sie sofort auf zu Speed-Daten. Ihre Zeit ist um!

 

Wovon sollen wir denn nun schreiben?“ – „Ich schlage noch einmal vor: die aufregendsten Liebesgeschichte in der Oper“ – „Das interessiert doch immer noch keinen!“ – „Wohl, ***** hat mir  gesagt, dass sie so einen Beitrag sehr spannend finden würde.“ – „Woher weißt du das?“ – „Na, das hat sie mir gerade beim Speed-Dating erzählt.“ – „Speed-Dating, das ist eine schöne Idee!“

 

Text: Karl Komet #teamimgegenteil
Fotos: Maria Ebbinghaus