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Ich arbeite online, ortsunabhängig, aktuell auf Bali. Gerade sitze ich mit einer Kokosnuss in der Hand in einer Strandbar und lasse meinen Blick über meinen Laptop-Bildschirm auf das offene Meer schweifen, während die Wellen sich melodisch auf mich zubewegen, um dann über den Surfern am Strand zu brechen.

Es gibt keinen Ort, an den ich gebunden bin, und es gibt auch keinen Chef, für den ich mir den Wecker stellen muss. Dass ich so arbeiten kann, ist kein Zufall. Es brauchte eine Kündigung, ein Tagebuch und eine alles entscheidende Frage.

Lass dich von meinem Weg inspirieren und zück schon mal Papier und Stift, um eine wichtige Frage auf dem Weg zum Arbeitsglück zu beantworten.

Vor gut eineinhalb Jahren quälte ich mich jeden Morgen aus dem Bett, um schließlich doch zu spät in der PR-Agentur einzuschneien, in der ich dank guter Leistung zur Senior-PR-Beraterin aufgestiegen war. Unterbewusst prokrastinierte ich mein Leben, das irgendwo hinter meinem beschränkten Horizont auf mich wartete. In der Vierzigstundenwoche war kein Platz für meine großen Träume. Ich wusste nur, dass ich so nicht mein Leben lang arbeiten kann und will. Doch wenn nicht PR und nicht Nine to Five, was dann?

Ich entschied mich für eine Vier-Tage-Woche Die neugewonnenen acht Stunden Energieüberschuss investierte ich umgehend in meinen Blog Fuck Lucky Go Happy, den ich zuvor mit meiner Freundin Rebecca gegründet hatte. Was bis dato ein reines Spaßprojekt war, wuchs in dieser Zeit zu einem kleinen Business heran. Der freie Freitag wurde zu meinem Sprungbrett in die Freiheit – das dachte ich zumindest.

FranziskaSchulze_DailyBreadMag_Fuckluckygohappy

Als ich ein Jahr später auf das Business zurückblickte, das ich mir geschaffen hatte, stellte ich fest, dass es sich nicht so rosarot anfühlte, wie in meinem großen Traum von der Online-Selbstständigkeit. Obwohl ich mit meiner zusätzlichen Arbeit als Journalistin und Beraterin für Blogger-Relations meinen Kühlschrank füllen konnte, blieb die große Freude über mehr Freiraum und Freiheit zunächst aus. Stattdessen merkte ich, wie ich erneut im selben Arbeitskarussell saß, aus dem ich dachte, mit meiner Kündigung ausgestiegen zu sein. Bei genauerer Betrachtung war es sogar noch schlimmer; aus Nine to Five wurde Twenty Four Seven. Wenn ich nicht gerade einen Artikel für einen Kunden schrieb, schraubte ich am Blog oder checkte wahllos meine Social-Media-Kanäle.

Statt Dankbarkeit für meine neue Freiheit spürte ich manchmal Übelkeit, wenn ich meinen Laptop aufklappte. So wurde Aus Leidenschaft Leiden-Schaft. Ich musste mir eingestehen, dass meine eigenen Arbeitskonditionen viel schlechter waren, als die aller meiner vorherigen Arbeitgeber zusammen. Und so dämmerte mir langsam, dass ich meinen Traumjob nie finden werde, solange ich nicht grundlegend etwas ändere. Ich nahm mein Tagebuch zur Hand und schrieb los: „Wenn ich so nicht arbeiten will, wie dann?“ Erschreckenderweise stellte ich fest, dass ich auf keinen Fall fünf Tage am Stück am Rechner sitzen wollte, dass ich nicht gerne Dienstleister bin und dass unser Blog keine Werbemaschine sein soll, sondern eine Plattform, auf der wir unsere Erfahrungen und unsere Liebe teilen.

Ich sah ein, dass ich nicht länger als fünf Stunden pro Tag produktiv bin. Dass meine eigenen Erfahrungen und Einsichten das Potential sind, aus denen ich meine Inspiration schöpfe. Und dass mir genau wie im letzten Job die Zeit dazu fehlt, inne zu halten und diese Instant-Erleuchtungen abzugreifen.

So habe ich es geschafft

Ich beschloss, der Welt mitzuteilen, wie ich arbeiten möchte, und sagte von nun an alle eintrudelnden PR-Jobanfragen ab. Auf diese Weise bewegte ich mich langsam aber konsequent dorthin, wo meine Freude mich hinzog – mit Erfolg. Innerhalb weniger Monate wandelten sich meine Einkommensquellen von wahllosen Auftragsjobs zu der Arbeit und der Arbeitsweise, die ich liebe:

Bloggen, aber nicht Vollzeit, denn ich will ja nicht täglich am Rechner sitzen. Auftragsarbeit, aber nur für Magazine, die ich liebe. Und meine große Leidenschaft: Life Coaching. Und das ganze an Orten, die mich inspirieren und mir den Rückzug geben, den ich brauche, um kreativ zu sein.

Kokusnuss_DailyBreadMag_Fuckluckygohappy

Und nun zu dir

Wie willst du eigentlich arbeiten? Was sind deine Rahmenbedingungen, damit es dir richtig gut geht? Schreib los, träum groß und denk bloß nicht so viel nach dabei. Schreibe anschließend, was noch alles zwischen dir und deinem Traum steht. Warum zum Beispiel keine Vier-Tage-Woche oder weniger Kundenaufträge? Warum nicht mehr Sonne? Dann setze alles daran, diese hässlichen Blockaden, die zwischen dir und deinen Traum-Arbeitsbedingungen stehen, aufzulösen. Lass dich von meinem Weg inspirieren. Back nicht länger kleine Brötchen, sondern übernimm Verantwortung für die Art und Weise, wie du arbeitest.

Meine Kokosnuss habe ich übrigens inzwischen leer geschlürft. Nach fünf Stunden Arbeit, gönne ich mir jetzt meinen verdienten Feierabend!

Shine bright

deine Franziska