Es war einmal ein Land namens Internet. Dort gab es Regionen namens Yahoo, Google, Twitter, Pinterest und Facebook. In diesem Land leben Menschen mit besonderen Fähigkeiten. Einige können einzigartig fotografieren, andere sehr gute Texte schreiben. Manche fingen bewegte Bilder ein, wieder andere konnten von allem etwas. Zu Beginn waren diese Fähigkeiten nur ein Hobby. Doch schnell wurde daraus ein Beruf, ja eine Berufung, und immer mehr Leser und Fans wollen die von den talentierten Internetländlern produzierten Inhalte, sehen. Mit den Jahren verändern sich jedoch die Regeln. Hochwertige Inhalte wurden immer unsichtbarer, während sexy Fotos, Enthüllungs-Schlagzeilen oder Katzenvideos weite Verbreitung fanden. 

Dieses Gedankenspiels bedienten wir uns in unserem letzten Redaktionsworkshop, um gemeinsam mit den Content-Creators der Blogfabrik zu überlegen, wie wir hochwertigen Content sichtbar machen können? Wer rettet lange Reportagen, experimentelle Fotostrecken und anderen wertvollen Content und lässt ihn herausstechen aus dem tiefen Sumpf der seichten Unterhaltung?

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Um der Antwort auf diese Frage näher zu kommen, bildeten wir zunächst Expertengruppen aus den Bereichen Video, Text, Bild und Multimedia. Es ging darum, eine Strategie zu entwickeln, mit der sich  wertvolle Content-Schätze künftig wieder besser etablieren lassen. Präsentationen der einzelnen Experten-Gruppen brachten diverse Schätze zum Vorschein; von alten Fotografien bis zu eigenen Lieblingsartikeln. In einer regen Diskussion fragten wir uns, wie wir in Zukunft mit aufwendig produzierten Artikeln, Videos etc. umgehen sollten. Lohnt sich intensive Recherche und tagelanger Feinschliff noch, wenn gehaltvoller Content nicht so oft geklickt wird wie jener, der kaum Inhalt bietet und in der Regel weniger Arbeitszeit in Anspruch nimmt?

Mit voller Motivation ging es ans Eingemachte. 

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DailyBreadMag – Chefredakteur Claudio Rimmele hatte sich eine kreative Arbeitsweise überlegt. Spielerisch-metaphorisches Denken sollte es den Content-Creators erleichtern, ihre Gedanken frei zu entfalten und vielleicht einen Lösungsansatz zu entwickeln. Jede Gruppe konstruierte zunächst ein Haus, in dem sich alle Mitglieder wohl fühlen könnten. Es gab unterschiedlichste Ideen: Die Gruppe Multimedia entwarf mit viel Spaß ein unendliches Haus mit direkter U-Bahn-Anbindung zum KaDeWe. Während diese Gruppe alle Technik dieser Welt in ihrem Keller unterbrachte, gab es in der Gruppe Text ein Hostel, das Gäste beherbergen sollte, mit denen man sich austauschen und neue Ideen generieren konnte. Die Video-Gruppe entwarf eine Art Katzenkratzbaum, der den Einstieg auf sämtlichen Ebenen erlaubte. Ein fliegendes Haus baute sich die Gruppe Foto. Stück für Stück hatten sich die Häuser aus der Fülle an Ideen der einzelnen Gruppenmitglieder entwickelt und keines war ein normales Reihenhäuser, sondern alle erschufen phantasievolle Unikate.

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Das Internetland war nun kreativ bebaut. Leider wurde das Idyll von einer riesigen Content-Flutwelle heimgesucht. Die talentierten Bewohner drohten unterzugehen, ihre Häuser wurden weggeschwemmt. Eine Arche stand bereit, um das Wichtigste zu retten. Die Frage lautete also „Welches Equipment sollte unbedingt an Bord sein und auf was kann man auch auf einer Arche auch verzichten?“. Die Gruppen wurden aufgelöst und bunt gemischt. Plötzlich mussten sich Text-, Video- und Foto-Talente auf nur einem Schiff gemeinsam einrichten, um im Content-Meer nicht unterzugehen. Die Archen waren allesamt eigenwillige Konstruktionen, die sämtliche Bedürfnisse der unterschiedlichen Content-Creator widerspiegelten.

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Die letzte und wichtigste Aufgabe des Workshops bestand nun darin, die frei gedachten Schiffe und all ihre Eigenschaften in konkrete Projektideen umzusetzen. Dieser Schritt hatte lange Diskussionen zur Folge, es wurde gebrainstormt, verworfen, geträumt und viel phantasiert. Der Ideenwind, der das Schiff vorantreibt, stand so zum Beispiel für die regelmäßigen Treffen der Redaktion.

Zum Ende des Workshops waren die einzelnen Blogfabrikanten Feuer und Flamme für ihre Lösungsansätze. Mit einem lauten Applaus wurden die Abschlusspräsentationen beendet und die Ideen festgehalten. Ihr könnt gespannt sein, wie das DailyBreadMag in Zukunft optimiert wird.

Bilder: Frank Schröder

Karte: André Hofmeister unter CC-BY-NC