Manchmal frage ich mich, ob Menschen denken, bevor sie handeln. Ok, jeder kann mal vergessen, sein Brain zu benutzen. Passiert den Besten von uns. Besonders während und nach dem Schnapsgenuss. Oder es geht bei uns Menschen direkt ins andere Extrem über und wir denken viel zu viel. Dann stehen wir am Ende vor irrwitzigen Gedankenschleifen und suchen die Reste unseres Gehirns. Am sinnvollsten ist wahrscheinlich – wie so oft – der gesunde Mittelweg. Hirn an – aber bitte nicht manisch werden dabei!

Dieses gepflegte Denken möchte ich hiermit allen Lebewesen nahelegen, die für ein och so hippes Selfie vor dem Holocaust-Mahnmal in Berlin posieren, um es nur wenig später bei Tinder, Happn, OkCupid & Co. als Vögelvorlage hochzuladen. Leute: Das ist nicht lustig! Das ist nicht cool! Das ist auch kein Grund, gedatet zu werden. Auf Tindercaust könnt ihr euch das ganze Ausmaß der Unüberlegtheit mal etwas näher anschauen. Der Blog sammelt die Screenshots der grobfühligen Unsensibelchen unter uns.

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Gruselig ist auch, dass die Menschen dort so „normal“ aussehen. Ich würde ihnen vom ersten Eindruck her schon zutrauen, dass sie es selbst checken: Das Mahnmal für die ermordeten Juden Europas im Zentrum Berlins ist ein eher ungünstiger Ort für ein Dating-App-Fotoshoot. Es ist ein Ort der Erinnerung und kein „richtig fresher Beton-Fotohintergrund“.

Also: Falls ihr mal wieder jemanden trefft, der euch mit einem sexy Holocaust-Mahnmal-Selfie beeindrucken will, dürft ihr diese Person gerne darauf hinweisen, dass ein bisschen Pietät auch in Zeiten des swipenden Datens angebracht ist. Für irgendwas müssen wir dieses Gehirn ja haben. Let’s use it for lovely online dating and respect to the world! Danke.

Text: Anni #teamimgegenteil