Ich liebe TED Talks. Es gibt nur eine Sache, die ich an den kurzen inspirierenden Videos nicht mag: Auf YouTube schwirren inzwischen so viele von ihnen herum, dass es unheimlich schwierig geworden ist, die Spreu vom Weizen zu trennen.

Für diesen Artikel habe ich mich tief in die Recherche gestürzt und fünf Videos gefunden, die sich zwar nicht alle um Yoga drehen, aber die Philosophie dahinter aus verschiedenen Perspektiven erklären. Einfach, unterhaltsam und äußerst informativ. Viel Spaß beim Anschauen!

Max Strom: Breathe to heal

Der Atem ist das zentrale Element der Yoga-Praxis. Der erfahrene – und aus meiner Sicht großartige – Yogalehrer Max Strom erklärt, welchen Effekt zehn bis zwanzig Minuten Atemübungen täglich auf Angststörungen, Stress und Schlafprobleme haben kann und warum es so wichtig ist, richtig zu atmen. Am Ende des Talks leitet er eine supersimple Atemübung an, die du an der Supermarktkasse genauso wie auf deinem Meditationskissen üben kannst.

 

Brene Brown: Die Macht der Verletzlichkeit

Die yogischen Schriften lehren, dass wahres Glück dann entsteht, wenn wir erkennen, dass alles Sein – auch wir Menschen – Teil eines großen Ganzen ist. Einen ähnlichen Ansatzpunkt wählt die Wissenschaftlerin Brene Brown für ihre Forschung über zwischenmenschliche Beziehungen. „Connection is why we are here. It is was gives perspection and meaning to our life. This is what it’s all about.“ In ihrem unheimlich witzigen und gleichzeitig tiefsinnigen TED Talk erklärt sie, was es braucht, damit echte Verbindung entstehen kann. In greifbareren Worten und mit weltlicheren Beispielen als die Yoga-Philosophie, vom Grundgedanken jedoch das Gleiche.

 

Andy Puddicombe: Zehn bewusste Minuten genügen schon 

Bei einem Ausflug in die Yoga-Philosophie darf Meditation natürlich nicht fehlen. Denn die letzten drei Stufen des 8-gliedrigen Pfades zur Erleuchtung nach dem Urvater des Yoga Patanjali sind genau ihr gewidmet. Andy Puddicombe, Erfinder der Meditationsapp Headspace, ehemaliger Zirkus-Artist und buddhistischer Mönch verdeutlicht mit Hilfe von Jonglierbällen, wie Meditation funktioniert, warum der gegenwärtige Augenblick so wertvoll ist und weshalb es so wichtig ist, die eigenen Gedanken ab und zu aus der Ferne zu betrachten.

 

Jonathan Haidt: Revolution, Evolution und die Ekstase der Selbsttranszendenz

Warum streben wir eigentlich nach Erleuchtung? Dieser Frage geht der Psychologe Jonathan Haidt nach. Mit vielen Beispielen aus der Wissenschaft und der Geschichte illustriert er den Weg seiner Forschung, die zu einem ziemlich guten Ergebnis kommt: Wir Menschen sind mitfühlend veranlagt. Wir wollen – ob Yogi oder nicht – einem höheren Zweck dienen. Dieses spirituelle Verlangen ist sogar so tief in uns verankert, dass wir dafür bereit sind, unsere egoistischen Wünsche zurückzustellen. Seinen Talk schließt der Wissenschaftler mit einem zentralen Gedanken der Yoga-Philosophie: „Every man is a piece of the continent, a part of the main.“

 

Tao Porchon-Lynch: There is nothing you cannot do

Wer den Zustand des Yoga erreichen will, der muss bereit sein, sich auf das scheinbar Unmöglich einzulassen. Das üben wir Tag für Tag auf der Yogamatte, wenn wir unsere Körper zu mehr oder weniger ansehnlichen Brezeln verbiegen. Tao Porchon-Lynch, die mit mittlerweile fast 100 Jahren die wohl älteste lebende Yogalehrerin ist, ermutigt uns mit Geschichten aus ihrem bunten Leben, dass es immer etwas gibt, das wir tun können, um unsere eigenen Grenzen zu sprengen. Sofern wir uns mit der uns allen innewohnenden Schaffenskraft verbinden. Ihre yogaphilosphische Botschaft: Wir tragen das Göttliche in unseren Herzen. Jeder von uns.

Namaste liebe Yogis

Rebecca

Headerbild: Screengrab via YouTube