Hast du dich schon einmal gefragt, wo bei Fuck Lucky Go Happy das Geld herkommt? Oder bei Bloggern überhaupt? Mit dieser Frage bist du in guter Gesellschaft. Wie oft werde ich von Yoga-Schülerinnen, Tanten, Onkeln, Bekannten und guten Freuden gefragt, wie das mit dem Geld und dem Bloggen eigentlich funktioniert!

Wenn ich zur Antwort ansetze, fühle ich mich oft wie ein Tonbandgerät. Es fallen Worte wie „Affiliate-Marketing“, „Online-Produkt“ oder „sponsored post“, was meist dazu führt, dass mein Gegenüber ganz schön große Augen macht. Natürlich erkläre ich dann brav, was hinter den teils denglischen Wortverrenkungen steckt und freue mich, wenn sich die Fragezeichen langsam verflüchtigen.

Ich kann verstehen, dass es für Menschen, die nicht so viel in der digitalen Welt herumschwirren wie ich, ein Rätsel ist, wo die Moneten auf meinem Konto herkommen. Doch obwohl das Netz voll ist von Artikeln über die Kunst des Geldverdienens mit digitalen Inhalten, wurde mir vor Kurzem wieder einmal klar, wie unheimlich viel Aufklärungsbedarf bei diesem Thema noch besteht. Denn wie anhand der Kolumne Die Gaukler in der aktuellen brand eins klar wird, sind es nicht nur meine Tanten, Yogaschüler und Freunde; es sind es auch gestandene Journalistinnen, die sich mit der Idee des professionellen Bloggens schwertun.

Die Autorin, deren Traum vom eigenen Onlinemagazin sich nicht so leicht realisieren ließ, wie sie sich das vorgestellt hatte, zieht über eine sehr erfolgreiche, deutsche Bloggerin her. Genau genommen kritisiert sie nicht nur die aus meiner Sicht ausgesprochen klugen und unabhängigen Wege, mit denen diese ihr Geld verdient, sondern wird auch persönlich beleidigend. Im nächsten Atemzug verurteilt sie Blogger als „Gaukler“, die ihre eigenen Produkte oder ihre Expertise verkaufen und ihren Traum vom ortsunabhängigen Arbeiten verwirklicht haben. Natürlich geht es in Kolumnen um Meinungsäußerung. Aber so?

Interessanterweise begegnet mir dieses Phänomen immer wieder. Offensichtlich missfällt es vielen Menschen, dass Blogger mit ihren Blogs Geld verdienen (wollen). Warum das ein Problem ist, verstehe ich nicht. Ich halte es nämlich für eine ganz normale Bestrebung, mit den Früchten der eigenen Arbeit den Kühlschrank füllen zu können. Höchste Zeit also, ein wenig Klarheit zu schaffen.

 

Bevor ich verrate, wie ich mein Geld verdiene, ein paar Fakten über das professionelle Bloggen:

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  • Bloggen ist ein Business. Kein Hobby. Viele Blogger haben ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht, doch ein erfolgreiches Blog aufzubauen, braucht Geld, Zeit und eine ordentliche Portion Geschäftstüchtigkeit.
  • Jeder Blog ist anders. Das bedeutet, dass sich auch die Monetarisierungsstrategien und -möglichkeiten von Grund auf unterscheiden.
  • Das, was du an der Oberfläche siehst, ist nur die Spitze des Eisbergs. Professionelle Blogger sind meistens Marketing-Profis, Manager, Fotografen, PR-Pros, SEO-Spezis und Journalisten zugleich. Oder sie haben das Geld, andere dafür zu bezahlen, was sich kaum jemand leisten kann.
  • Von heute auf morgen wird man mit einem Blog nicht reich. Um Reichweite, Vertrauen und eine treue Leserschaft aufzubauen, braucht es einen langen Atem, eine klare Positionierung, konstant gute Inhalte und, zumindest in den ersten Jahren, viel harte Arbeit.
  • Nur ein Bruchteil bekommt es hin, langfristig erfolgreich zu sein.

 

Business as unusual: die Geschichte hinter Fuck Lucky Go Happy

Und nun zu meinem Job: Als Franziska und ich Fuck Lucky Go Happy, einen Blog für Yoga und spirituellen Lifestyle, im Juli 2013 gegründet haben, stand außer Frage, dass wir mit dem Blog Geld verdienen wollten. Das Wie sollte sich im Laufe der Zeit rausstellen.

Anfangs arbeiten wir beide noch als PR-Beraterinnen, widmeten aber jede freie Sekunde unserem Blog-Baby. Nach gut einem Jahr konnten wir beide die PR-Jobs an den Nagel hängen. Anfragen für gut bezahlte, journalistische Beiträge trudelten ein, ich unterrichtete mehr und mehr Yoga. Franziska begann zu coachen und auch das Bloggeschäft florierte. Nach etwa zwei Jahren konnten wir beide vom selbst geschaffenen Business leben. Nicht auf großem Fuße, aber immerhin.

Auf den Punkt gebracht kann man die ersten Jahre des Bloggens so beschreiben: viel Arbeit, wenig Geld; eher Abenteuerreise als Sonntagsspaziergang. Doch die Reise hat sich gelohnt. Denn heute arbeite ich weitgehend ortsunabhängig in einem Job, der mir Tag für Tag große Freude bereitet.

 

So verdiene ich mit Fuck Lucky Go Happy Geld

Man muss unterscheiden zwischen primären und sekundären Einnahmequellen. Primäre sind die Einnahmen, die direkt über den Blog generiert werden, wie Werbung zum Beispiel. Sekundäre Anfragen sind Einnahme-Quellen, die es ohne den Blog nicht geben würde, die aber direkt nichts mit den Inhalten auf der Seite zu tun haben. Ich habe beides: Primäre und sekundäre Einnahmen.

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Klassisch: die Werbefinanzierung

Du kennst sie, die Banner in der Sidebar. Das ist klassische Werbung. Eindeutig als Werbung gekennzeichnet. Unsere Kunden bezahlen monatlich dafür, dass sie ihr Produkt oder ihren Shop bei unseren Lesern bekannt machen dürfen. Ähnlich funktionieren Advertorials. Für Beiträge, die als „sponsored“ gekennzeichnet sind, bekommen wir Geld, wie zum Beispiel für die Ankündigung einer Yogareise in die Wüste mit einem befreundeten Yogalehrer. Ein Beispiel für ein Advertorial über eine Outdoor-Klamotte, die unser Autor Ludwig im Auftrag des Veranstalters getestet hat, findest du hier. 

 

Die gute alte Empfehlung: Affiliate Marketing

Für alle Blogs, in denen Produkte eine große Rolle spielen, macht Affiliate-Marketing Sinn. Das heißt: Der Blogger empfiehlt seinen Lesern ein bestimmtes Produkt und wird – falls diese es kaufen – mit einem kleinen Teil an den Einnahmen beteiligt. Der Yoga-Mattentest auf Fuck Lucky Go Happy funktioniert nach diesem Prinzip. Auch Macher von Onlinekursen oder E-Books bieten oft Affiliate-Programme an. Kauft ein Fuck Lucky Go Happy-Leser zum Beispiel Connis und Sebastians Onlinekurs übers Bloggen, landet ein Teil des Erlöses bei uns.

Die goldene Regel: Ich empfehle nur Produkte, die ich auch meinen besten Freunden empfehlen würde. Das ist enorm wichtig, wenn man auf Dauer glaubhaft bleiben will.

 

Woanders schreiben: bezahlte, journalistische Aufträge

Für andere Medien sind Blogger aus mehreren Gründen interessant: Sie kennen sich in ihrem Bereich sehr gut aus, haben bereits ein interessiertes Publikum und wissen, wie man Texte schreiben muss, damit sie gelesen werden. Das gilt natürlich nicht pauschal für alle Blogger, auf die erfolgreichen trifft es jedoch meist zu. Franziska und ich waren fester Teil des Redaktionsteams der Zeitschrift YOGA DEUTSCHLAND, schrieben für das Online-Lifestyle-Magazin von WYLD und bis heute für das Frauenmagazin FRESHME.

Als Bloggerin mit eigener Reichweite hast du eine wesentlich bessere Verhandlungsposition, was die Bezahlung dieser Artikel angeht. Die Auftraggeber kaufen nicht nur deine Leistung als Journalistin, sondern auch deinen Namen, also deine Marke ein.

 

Online goes offline: Yoga-Workshops und -Reisen

Mein Online-Business ist der größte Katalysator für meine Offline-Arbeit; das Yoga unterrichten. Ehrlich gesagt war ich selbst ganz schön überrascht, wie schnell meine Workshops und Retreats ausgebucht waren. Doch es macht Sinn. Die beste Werbeplattform für solche Events ist ein Blog mit relevanter Reichweite. Auch Franziskas Coaching-Angebot ging dank des Blogs schnell durch die Decke und macht mittlerweile einen großen Teil ihres Einkommens aus.

Ich verbuche diese Art des Geldverdienens unter „Expertise verkaufen“. Dass die Leute regelmäßig wiederkommen, zeigt mir sehr deutlich, dass sie meine Arbeit schätzen und nicht nur mal wissen wollen, wie die Online-Rebecca in echt so ist. 

 

Der Plan: endlich ein eigenes Online-Produkt

Auf Fuck Lucky Go Happy landen die Leute nicht, weil sie wissen wollen, wo sie die coolsten Sneakers für das Frühjahr shoppen können. Ein Kooperationspartner sagte mal zu mir: „Die Yogis sind eine komplizierte Zielgruppe. Erst shoppen sie alles, aber irgendwann wollen die alle nichts mehr besitzen.“ Das stimmt, aber sie sind bereit, Geld in ihre Ausbildung und Weiterentwicklung zu investieren. Ich selbst bin dafür das beste Beispiel.

Deshalb wird mein nächster Schritt in Richtung Geldverdienen ein kleiner Onlinekurs sein, der Yogis hilft, eine eigene spirituelle Praxis für zuhause und jeden Tag zu finden. Ein Produkt, das die Leser unabhängig machen und auf dem eigenen Weg unterstützen soll. Mein Wunsch ist, dass diese Einnahmen Fuck Lucky Go Happy langfristig von Kooperationen mit Unternehmen unabhängig machen.

 

Traumjob nicht suchen, sondern kreieren

Du siehst: Mein Einkommen generiere ich aus vielen verschiedenen Quellen. Es setzt sich relativ gleichmäßig aus Einnahmen aus Affiliate-Verkäufen, Werbung, journalistischen Aufträgen und Yoga-Unterricht zusammen. Mir fällt kein Job ein, in dem ich meine unterschiedlichen Interessen und Kompetenzen so ausleben könnte. Man könnte fast sagen, ich habe mir meinen Traum-Job selbst geschaffen.

Wahrscheinlich gibt es so viele Monetarisierungsstrategien, wie es Blogs gibt. Mal ist der Blog Mittel zum Zweck, das eigene Dienstleistungs- oder Produktangebot zu vertreiben, mal lassen sich die Inhalte selbst wunderbar zu Geld machen. Es kann aber auch eine Mischung aus mehreren Faktoren sein. Wichtig ist es nur, eine Idee zu haben, wo das Geld herkommen soll.

Zum Abschluss will ich nochmals auf die Bloggerin aus der brand eins-Kolumne zurückkommen. Conni von Planet Backpack ist nämlich nicht nur sehr erfolgreich, sondern zudem eine gute Freundin von mir. In der Tat glaube ich, dass nicht viele Blogger es schaffen, den Traum vom digitalen Nomadentum so gut umzusetzen wie sie. Nicht, weil sie nicht theoretisch das Zeug dazu hätten, sondern weil sie nicht den Fleiß, den Mut, die Offenheit und die Leidenschaft mitbringen, die sie von Anfang an hatte. Ihr Vorbild hat mir in anstrengenden Zeiten immer wieder gezeigt, dass es sich lohnt in seinen Traum zu investieren. Und daran, dass Erfolg auch Neider erzeugt, muss man sich wohl in jedem Job gewöhnen.

Rock your blog!

Deine Rebecca

 

Weiterlesen: 

Die brand eins-Kolumne hat übrigens nicht nur mich dazu inspiriert, über das Thema Bloggen und Geld zu schreiben. Conni hat selbst per YouTube-Video auf den Artikel reagiert und zwei weitere Blogger haben sich des Themas angenommen.

Conni Biesalksi: Meine vielleicht wichtigste Message an dich

mainbube auf blogg.de: Planet Backpack und Brand Eins oder „Die Gauklerin“ vs. die Journalistin

Julian Heck: Über Blogger, die Bloggern das Bloggen beibringen

Bilder: Jule Müller von imgegenteil.de