An der Fotoserie The concrete series arbeiten wir jetzt seit eineinhalb Jahren. Ganz bewusst haben wir in der gesamten Zeit nur wenige Ergebnisse gezeigt und veröffentlicht, um sie nun in einer Einzelausstellung in der Galerie Irrgang Berlin vom 24. Juni bis zum 20. August zu präsentieren.

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Manchmal, wenn wir zu lange und zu intensiv an einer Sache arbeiten, wenn wir uns an einem Thema oder einem Material zu energisch abgearbeitet haben, dann wünschen wir uns, etwas völlig Konträres zu machen und in eine ganz andere Richtung zu gehen. Aus genau diesem Impuls heraus entstand bei uns der Wunsch, an einer Bildserie zu arbeiten, die auf reduzierten Motiven und einem einzigen analogen Effekt basiert.

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Zwei Monate bevor die allerersten Bilder der Serie entstanden, waren wir für eine Videoarbeit ausschließlich damit beschäftigt, Glitzer zum Leuchten zu bringen, Laserlicht in abgedunkelten Räumen wandern zu lassen und in eine fiktive Sternennebelgalaxie abzudriften. Am Ende dieses aufreibenden Space-Trips sehnten wir uns nach ganz erdigem Material und einer zurückgenommenen, ruhigen Arbeitsatmosphäre. Kein Werkstoff schien größtmögliche Distanz zu Glitzer herzustellen als Beton. Nicht dass wir keinen Spaß gehabt hätten in unserer Glitzermanie! Unsere Freunde finden noch überall Glitzer von uns aus dieser Zeit; in ihren Wohnungen, auf ihren Reisen auf anderen Kontinenten oder auch auf ihren Babys.

Als wir wieder einmal an einem kalten, grauen Januartag, in einem Anfall von Experimentierwut Fotoprints kochten, anzündeten, zerkratzten, collagierten, entdeckten wir schließlich Beton für uns. Die Gegenüberstellung sinnlicher und beinahe klassischer Motive mit der rauen, fast brutalen, analogen Bearbeitung faszinierte uns. Die ersten Arbeiten dieser Art riefen bei uns verschiedene Assoziationen hervor: Auf einem Motiv wirkte die Frauenfigur wie unter einer Eisschicht liegend. Auf einem anderen, stärker mit Beton bearbeiteten Motiv, schienen die Kratzspuren eine Bewegungsdynamik ins Bild zu bringen oder wie Funken zu wirken. Nie aber – und das faszinierte uns am meisten – haftete den Arbeiten, ganz gleich wie stark wir sie mit Beton bearbeiteten, etwas Morbides an. Sie behielten stets ihren sinnlichen Charakter.

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Mit Tobias Wachter, unserem Galeristen aus der Galerie Irrgang, arbeiten wir nun schon das dritte Jahr zusammen. Wir haben uns bei unserem ersten freien Kollaborationsprojekt Skinwalker vor vier Jahren kennengelernt, dem er im ersten Jahr des Bestehens seiner Galerie eine Einzelausstellung widmete. Durch die enge Zusammenarbeit mit Tobias, der uns in allen Entscheidungen einen großen Freiraum gewährt und uns dennoch unterstützt und bestärkt, haben wir in den letzten drei Jahren viel für unsere verschiedenen Projekte gelernt und letztlich auch an Selbstvertrauen gewonnen. Er hilft uns bei der Auswahl und Kuration unserer Ausstellungen, ohne je in den offenen Werkcharakter einer unserer Serien einzugreifen.

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Am meisten Spaß aber macht es uns, wenn wir zu dritt an die Hängung gehen, wenn die Auswahl getroffen, die Bilder gerahmt sind, wenn ein Projekt mit der Ausstellungsvorbereitung langsam zu einem Abschluss kommt und damit Raum für Neues schafft. Bei der Eröffnung mit Lieblingsmenschen, Interessierten und neuen Bekanntschaften über die Bilder zu sprechen, mit ihnen zu feiern und endlich die fertige Serie als Ganzes zu erleben, ist einer der schönsten Momente eines Jahres.

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Ihr seid herzlich eingeladen, am kommenden Freitag, dem 24. Juni, ab 19 Uhr in der Galerie Irrgang Berlin den Abend mit uns zu genießen!

Alle Bilder: Schall & Schnabel

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