Einer der ersten Schritte nach einer Trennung: Man wird schnellstmöglich alle Gegenstände los, die einen an den oder die Verflossene/n erinnern. Manche Ex-Paare packen das Zeug in eine Kiste, andere schmeißen alles auf die Straße – und einige wenige spenden sie einem Museum. Aber nicht irgendeinem, sondern dem Museum of Broken Relationships.

2006 gab es bereits die erste Ausstellung. Die beiden Kroaten Olinka Vištica und Dražen Grubišić hatten die wunderschöne Idee dazu. Einst waren sie zusammen glücklich, konnten sie sich aber später nur schwer von den Gegenständen trennen, die sie miteinander verbanden. Zu schade um die Erinnerungen, um jene Momente des Glücks. Sie entschieden, ein Ort müsse gefunden werden, der die Gefühle von damals sichert. Die Ausstellung tourt nun schon seit Jahren um die ganze Welt. Von Deutschland nach Großbritannien über Kanada und Singapur. Jetzt darf auch endlich Hollywood die Erinnerungsstücke der gebrochenen Herzen in seine Mitte aufnehmen. Seit Anfang Juni können sie nämlich in Los Angeles besichtigt werden.

Die Wanderausstellung thematisiert aber schon lange nicht mehr nur die Vergangenheit der beiden Kuratoren, sondern wurde um die Zusendungen vieler Menschen ergänzt, die ebenfalls eine Trennung hinter sich haben. Dabei geht es weniger um die Dinge, die zu sehen sind, als um die Geschichten, die sich hinter ihnen verbergen. Unabhängig davon, wie man mit solchen Artefakten nach einer Trennung umgeht: Jedes noch so unscheinbare Ding scheint manchmal von großer Bedeutung. So zum Beispiel diese Flasche Wein mit einer rührenden Geschichte dazu…

Für viele bietet die Austellung vor allem die Möglichkeit, sich vom Beziehungsschmerz zu lösen und mit ihm endlich abzuschließen. Auch der Betrachter findet plötzlich einen Weg, sich mit seinem eigenen Leid auseinanderzusetzen. Oft tragen wir den bitteren Trennungsschmerz mit uns alleine rum. Was gibt es da also Besseres, als dieses Gefühl mit anderen zu teilen? Geteiltes Leid ist und bleibt halbes Leid.

Doch nicht nur Dinge, die man gegen die Wand werfen könnte, kann man im Museum der zerbrochenen Beziehungen betrachten. In Zeiten digitaler Liebes- und Schlussmach-Nachrichten gehören natürlich auch WhatsApp-Chatverläufe zu den Ausstellungsobjekten mit dazu.  Dabei ist es ganz egal, ob digital oder analog: Die Liebe, man findet sie überall, mehr noch ihren Kummer. Eines beweist das Museum der zerbrochenen Beziehung allemal, nämlich wie individuell die Liebe einfach ist.

Für alle, die kein Herzschmerz-Museum um die Ecke haben, hier noch ein kleiner Trost-Song.

Text: Judith #teamimgegenteil
Headerfoto: Museum of Broken Relationships