Die Abfallfreie

 Die Amerikanerin Lauren Singer hat die Vermeidung von Müll perfektioniert und dazu beigetragen, dass Zero Waste zu einer Bewegung wurde. Ihre Einkäufe landen in Stoffbeuteln und Glasbehältern, Plastik kommt ihr erst gar nicht in die Tüte; ihre Abfälle aus den vergangenen Jahren passen in ein Schraubglas. Ihr Lebensstil hat sich mittlerweile zu einem Business entwickelt: Sie verkauft Waschmittel, das aus lediglich Inhaltsstoffen und recycelbarer Verpackung besteht. Kürzlich war sie in Berlin und hat – wie sollte es anders sein – im verpackungsfreien Supermarkt Original Unverpackt über ihr abfallfreies Leben berichtet. Wie sie selbst Zahnpasta, Deo und Körpercreme herstellt, kann man sich auch auf ihrem YouTube-Kanal oder ihrem Blog Trash is for tossers abschauen.

Die Selbstversorger

Lisa und Michael sind 2009 gemeinsam aufs Land gezogen. Sie wollten die Konsumgesellschaft hinter sich lassen und sich stattdessen selbst mit allem Lebensnotwendigen versorgen. Ihren Weg dokumentieren sie seitdem auf Experiment Selbstversorgung. In ihrem Garten haben sie bereits viele helfende Hände aus aller Welt mit angepackt. Ihr Blog ist eine Fundgrube für alle, die ein wenig näher in Richtung Natur rücken und mehr über den Anbau von Obst und Gemüse, das Herstellen eigener Kosmetik und ökologisches Wohnen lernen wollen.

Die Minimalistin

Die Schwedin Jenny Mustard mag es reduziert. Vor ein paar Jahren hat sie einen minimalistischen Lebensstil für sich entdeckt und besitzt seitdem nur noch wenige Dinge. Statt Kleidung kauft sie lieber frisches Obst und Gemüse, das sie vor den Augen ihrer Zuschauer auf YouTube in köstliche und gesunde Gerichte verwandelt.

Der Geldverweigerer

Der Berliner Raphael Fellmer trat 2010 in den „Geldstreik“ und schaffte es trotzdem, von Holland über Afrika und Brasilien in die USA zu reisen. Auch als er wieder nach Europa zurückkehrte und seine Tochter geboren wurde, gab er seine Haltung nicht auf. Sein Anliegen: Bewusstsein für den Überfluss in unserer Gesellschaft schaffen. Sein Engagement blieb nicht lange unentdeckt und im Lauf der Jahre hielt er zahlreiche Vorträge über das ungewöhnliche Leben, das er mit seiner kleinen Familie führt. Dazu gehört auch sein Einsatz gegen die Verschwendung von Lebensmitteln. Gemeinsam mit anderen Mitstreitern hat er die Organisation Foodsharing gegründet, die schon über zwei Millionen Kilogramm unverkäuflicher Lebensmittel vor dem Müll gerettet und an Bedürftige verteilt hat.

Die Nicht-Käuferin

Mia aus Berlin hatte sich 2013 zum Jahresanfang ein sechsmonatiges Shopping-Verbot auferlegt. Den kalten Entzug hat sie auf ihrem Heylilahey! mit all seinen Herausforderungen und Verlockungen dokumentiert. Inzwischen hat sie den Shopping-Bann beendet und setzt konsequent ihr Vorhaben um, nur noch faire und nachhaltige Kleidung zu tragen. Gerade erst begonnen mit dem Nicht-Kaufen von neuen Klamotten hat Anna und will damit auf ein besseres Öko-Bewusstsein aufmerksam machen.

Sich den Anfang nicht allzu schwer machen und mit einer kleinen Sache loslegen, das habe ich kürzlich in einem Interview als Antwort auf die Frage gelesen, wie man mit der Änderung seiner Gewohnheiten beginnen sollte. Inspiration für den ersten Schritt bieten diese Menschen auf jeden Fall.

Headerbild: Collage (v.l.n.r.)
Experiment Selbstversorger
Raphael Fellmer © Patrick Lipke
Jenny Mustard
Lauren Singer
Hey Lila Hey