„Die größte öffentliche Bibliothek menschlicher Äußerungen“, so beschreibt Sven Markschläger @svn, von Twitter Deutschland, seinen Arbeitgeber beim Workshop in der Berliner Blogfabrik. Damit die Tweets bei möglichst vielen Menschen ankommen, lohnt es sich, ein paar Dinge zu beachten. Twitter bietet nämlich die einzigartige Möglichkeit, mit Menschen und Marken in den direkten Dialog zu treten. Sogar der Papst @pontifex ist über den Dienst erreichbar.

  1. Brands dont have Target Markets, They have Target Moments

Die erste und wohl wichtigste Regel für mehr Follower und größtmögliche Aufmerksamkeit bei Twitter: Wähle den richtigen Zeitpunkt für deinen Tweet. Welche Botschaft soll wann vermittelt werden? Wann beschäftigt deine Zielgruppe sich mit welchen Themen? Welchen Lebensstil pflegt sie? Es ist enorm wichtig deine Zielgruppe gut einschätzen zu können und sie genau da abzuholen, wo sie gerade ist. Die Wahrscheinlichkeit, mit einem Tweet erfolgreich zu sein, hängt also signifikant von dem richtig gewählten Zeitpunkt ab. Generell gilt der Zeitraum von 18 – 21 Uhr als sehr aktiv.

  1. Eine gute Botschaft braucht nicht mehr als 140 Zeichen

140 Zeichen sind zu wenig? Von wegen! Wenn deine Message nicht in 140 Zeichen passt, dann ist sie für Twitter schlicht falsch formuliert. Viele Twitter-Neulinge tun sich anfangs schwer mit der begrenzten Zeichenanzahl. Aber nach einer Weile lernst du diese durchaus zu schätzen. Durch die vielen medialen Reize ist die Aufmerksamkeitsspanne von Menschen ohnehin schon geringer als die von Goldfischen. Da passt gerade mal ein Häppchen aus 140 Zeichen rein. Eine kurze Botschaft, die alle wichtigen Aussagen beinhaltet, ist natürlich schwer zu schreiben. Aber es lohnt sich. Übung macht den Tweet-Meister!

  1. Trends erkennen und schnell reagieren

Die linke Spalte auf Twitter zeigt die regionalen aktuellen Trends an. Das Ranking ändert sich minutengenau ständig, je nachdem welche Themen gerade besonders gefragt sind. Natürlich passen nicht alle Themen zu deinem Anlass, aber viele Themen lassen sich dann doch geschickt verknüpfen. Wenn z. B. gerade der Tatort am Sonntag um 20:15 Uhr auf Twitter trendet und etwas zu deinem Thema passt, dann nichts wie ran an die Tasten! Auch hier spielt der richtige Moment (siehe Tipp 1) wieder eine große Rolle. Twitter ist kurzweilig und schnell, wer zu lange plant und überlegt, wird am Ende ignoriert.

  1. Hashtags und Funktionen richtig anwenden

Hashtags haben einen regelrechten Coolness-Charakter. Alles wird verhashtagt, und da kommt es schon mal vor, dass ein Foto mit zehn Hashtags (unabhängig vom Medium) versehen wird. Ein Tweet sollte aber mit maximal drei Hashtags auskommen. Anders als ein Hashtag, der den Tweet zu einem bestimmtem Thema verschlagwortet, richtet sich ein @-Zeichen an eine bestimmte Person, die diesen dann auf seiner Timeline sieht, auch wenn sie dir nicht selbst folgt. So kannst du ganz unkompliziert jede (auch öffentlich bekannte) Person anschreiben und auf eine Reaktion hoffen. In jedem Fall ist es wichtig die Unterschiede dieser Funktionen genau zu kennen und anzuwenden.

  1. Werbeanzeigen nutzen, um bestimmte Tweets besonders zu pushen

Du kannst dich bei der Bemühung um mehr Follower und Retweets auf das organische Wachstum verlassen oder Werbeanzeigen gezielt einsetzen, um deine Community zu vergrößern. Wenn du die Zielgruppeneigenschaften beachtest, erreichst du genau die Personen, für die deine Themen relevant sind.

  1. Neue Tools einsetzen

Twitter entwickelt regelmäßig neue Features und Tools und arbeitet stetig an seiner Optimierung. Deshalb lohnt es sich immer auf dem neuesten Stand zu sein und sich über neue Tools zu informieren. Zum Beispiel kann man mit dem neuen Umfrage-Tool sehr schnell und effektiv seine Follower zu unterschiedlichen Themen befragen und so bestimmte Stimmungen einfangen.

  1. Listen nutzen für mehr Ordnung

Listen ermöglichen dir, die Personen oder Organisationen, denen du selbst folgst, übersichtlich zu kategorisieren. So kannst du deine Listen beispielsweise nach Themen wie Politik, Wirtschaft und Gesellschaft sortieren oder du trennst berufliche Kontakte von privaten. Deine Timeline wird so wesentlich übersichtlicher und erspart dir eine Menge Zeit. Noch ein wichtiger Hinweis dazu: Die Kontakte, die du in Listen verschiebst, werden über den Titel dieser Liste benachrichtigt. Deshalb solltest du dir vorher genau überlegen, wie du sie benennst.

  1. Besondere Tweets hervorheben

Wenn einer deiner Tweets gerade besonders wichtig und auch nach einigen Stunden oder Tagen noch aktuell ist, kannst du ihn auf deiner Timeline ganz oben anpinnen. So musst du dich nicht ständig wiederholen, um auf ein aktuelles Thema zu verweisen. Sollten plötzlich andere Dinge thematisch in den Vordergrund rücken, „entpinnst“ du den wichtigen Tweet einfach wieder.
Mit diesen acht Tipps, solltest du zum Twitter-Star werden und wenn es nicht klappt, arbeiten wir demnächst gemeinsam am Wortwitz, der kommt auf Twitter nämlich besonders gut an. Der Hashtag #jippiejaygay übrigens auch.

Text von Tizia Labahn, STRAIGHT Magazine @straight 

Headerfoto Frau mit Handy von Shutterstock