Weltweit ist jeder sechste Mensch in der milliardenschweren Modeindustrie tätig – so viele Menschen beschäftigt kein anderer Industriezweig. Doch er fordert auch viele Opfer und hinterlässt Spuren in der Umwelt. Einen Blick hinter die Kulissen gewähren die Filme und nehmen die Zuschauer mit in eine Welt, deren schöner Schein auch trügerisch sein kann.

The True Cost

In dieser Dokumentation kommen zahlreiche Stimmen zu Wort: von der Baumwoll-Landwirtin, über eine Umweltaktivistin und einen Konsumpsychologen bis hin zu einem Investmentbanker. Besonders eindrücklich sind die Schilderungen der Textilarbeiter über ihr Leben und ihre Arbeit. Doch der Film ist nicht nur in dunkle Farben getränkt. So erläutern Safia Minney, die Gründerin des fairen Fashion-Labels People Tree, sowie Stella McCartney eindrücklich, warum sie nicht auf Kosten von anderen wirtschaften und wie es möglich ist, mit nachhaltiger Mode ein international erfolgreiches Unternehmen zu führen. The True Cost kann man auf Netflix oder direkt auf der Webseite sehen.

 

Sweatshop – Tödliche Mode

Sweatshop ist eine Dokumentation der norwegischen Tageszeitung Aftenposten. Ihre Protagonisten sind drei Menschen zwischen siebzehn und zwanzig. Anniken schreibt einen der meist gelesenen Fashion-Blogs Norwegens; Frida legt Wert auf einen individuellen Kleidungsstil und kauft deshalb gerne in Secondhand-Läden; der Student Ludvig hat sich bisher keine Gedanken über sein Einkaufsverhalten bei Klamotten gemacht. Alle drei werden nach Kambodscha geschickt, um dort das Leben der Arbeiter kennenzulernen, die Kleidung herstellen. Was sie dort erleben und wie schnell sie ihre Belastungsgrenze erreichen, ist auf der Webseite von Aftenposten zu sehen.

 

Gift auf unserer Haut

Schuhe, Taschen oder Autositze: Leder umgibt uns überall und jährlich werden Milliarden mit Tierhäuten umgesetzt. Ein Großteil des Leders wird billig in Bangladesch hergestellt. Dorthin führt uns auch die 37 Grad-Reportage des ZDF. Sie zeigt, wie bei der Produktion von Leder giftige und umweltverschmutzende Gerbsubstanzen zum Einsatz kommen. Und auch die Arbeitsbedingungen der Arbeiter – oft noch minderjährig – sind erschütternd. Hinter die Kulissen der Lederindustrie hat der preisgekrönte Dokumentarfilmer Manfred Karremann gemeinsam mit der Tierrechtsorganisation PETA geblickt. Dank der Recherche von PETA ist nun auch klar, dass Millionen von „heiligen Kühen“ aus dem benachbarten Indien wegen ihrer Haut nach Bangladesch transportiert werden. Die Dokumentation ist in voller Länge auf YouTube zu sehen.

 

Todschick – Die Schattenseite der Mode

Jede Woche landet neue Ware in den Regalen der großen Modeketten. Diese sogenannte Fast Fashion wird genauso schnell konsumiert wie Fast Food und sorgt für einen ähnlich faden Nachgeschmack. Für ihre Dokumentation drehten Inge Altemeier und Reinhard Hornung in Fabriken von H&M und KIK und sprachen dort mit Arbeitern und Fabrikbesitzern über die menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen und fehlenden Sicherheitsmaßnahmen, an denen sich auch seit dem tragischen Einsturz des Fabrikgebäudes Rana Plaza im Jahr 2013 und dem Tod tausender Textilarbeiter nichts geändert zu haben scheint. In Todschick wird ziemlich deutlich gezeigt, auf wessen Kosten billige Mode produziert wird. Zu sehen ist der Film in voller Länge auf YouTube.

 

Und nun? Dokus anschauen ist einfach, aber was kann jeder Einzelne von uns tun? Als Konsumenten haben wir selbst in der Hand, welche Modeunternehmen wir mit unserem Einkauf unterstützen wollen. Einen „sauberen“ Kleiderschrank zu haben, ist viel einfacher als man zunächst denkt (bei Veggie Love gibt es Tipps für die Umsetzung im Alltag). Ein Rundgang auf der Berliner Fashion Week im Juni hat zudem wieder einmal mehr gezeigt, dass es immer mehr Hersteller und Designer gibt, die schöne und bezahlbare Mode produzieren, die gleichzeitig weder der Umwelt noch Menschen und Tieren schaden.

Headerbild: Shoppingtaschen via Shutterstock