Franz Preschern ist ein junger Fotograf, dessen Arbeit ich seit längerem bewundere: Seine Reisefotografien berühren mich, lassen mein Fernweh stärker werden und mein tiefstes Inneres wünscht sich jedes Mal, dabei gewesen zu sein, um die Welt mit Franz­’ Foto­-Augen zu sehen. Zum Glück teilt Franz seine Reisefotografie mit uns und gewährt auch einen Einblick hinter die Kulissen. Vor allem die Fotos von seiner Japan­ Reise haben mich beeindruckt. Ich muss zugeben, ich hatte mich davor nicht wirklich mit dem Land auseinandergesetzt und hätte auch niemals gedacht, dass Japan mal auf meiner Bucket List landet. Aber das ist jetzt ganz anders!

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© Franz Preschern

Lieber Franz, wann hast du mit der Fotografie angefangen?

Die Lust an der Fotografie kam sicher schon als Kind, beim Durchstöbern der unzähligen alten Familienfotos. Mit dreizehn hatte ich die ersten analogen Versuche mit einer alten Canon F1 mit 50-mm-­Objektiv. Ende der 90er kamen dann die Lomo-­Spielereien. Der Knackpunkt war dann sicher, als mein Vater sich als digital early adopter eine hochwertige Digitalkamera zulegte: Von da an gab es keine Grenzen mehr, sich fotografisch auszutesten. Doch ich habe mir die Fotografie bis heute als Hobby bewahrt, sicher auch aus Angst, daran die Freude zu verlieren. Aber natürlich spiele ich immer wieder mit dem Gedanken, dem Ganzen professionell nachzugehen.

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© Franz Preschern

Wie viel Zeit planst du auf deinen Reisen für das Fotografieren ein?

Ich plane es nicht dezidiert ein, die Kamera ist einfach immer dabei, automatisch, nicht geplant. Meine Fototasche ist immer gepackt, alle Objektive sind parat, auch wenn es ab und zu schwer wird; alles zusammen wiegt dann bestimmt und die fünf bis zehn Kilo. Am Ende bin ich dann aber so motiviert von der Umgebung und dem Gesehenen, dass das Gepäck keine Last mehr für mich ist.

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© Franz Preschern
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© Franz Preschern

Was hat dich an deiner Japanreise besonders fasziniert?

Vor der Anreise habe ich mich auf das futuristische, technisch durchdachte, fortschrittliche Wesen des Landes gefreut und habe dann schnell bemerkt, wie extrem abwechslungsreich und vielschichtig Japan ist. Einerseits diese effektiven Großstädte mit ihren durchgestylten, organisierten Bewohnern. Und dann wiederum diese schönen verlassenen Landschaften, durchsetzt mit dieser alten Kultur. Es gibt dort einfach viel zu entdecken, das man so bei uns nicht finden würde. Und genau das macht doch meist den Reiz an einem anderen Land aus: die Diskrepanz zur eigenen Kultur.

© Franz Preschern
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© Franz Preschern
© Franz Preschern

Was war dein Lieblingsmotiv auf deiner Japanreise und warum?

Das ist schwierig zu sagen, aber wenn wir nach der Anzahl der geschossenen Fotos gehen, dann eindeutig die Affen von Jigokudani. Ich habe schon auf anderen Reisen bemerkt, wie sehr mich Affen anziehen; ob auf Sri Lanka, Indonesien oder eben Japan. Die Tiere haben eine große Ausstrahlung, einen enormen Ausdruck, der mich einfach nicht loslässt. Meine Freundin scherzt schon, dass ich mehr Fotos von Affen als von ihr gemacht habe. In Japan war das aber noch einmal spezieller. Jigokudani, der einzige Ort auf der Welt, wo Affen in heißen Quellen baden – ein Anblick für sich, diese charismatischen Tiere, die sich im heißen Wasser entspannen. Ein Must-­go und Must-­see!

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© Franz Preschern
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© Franz Preschern

Gab es auch etwas, das dich an dem Land besonders überrascht hat?

Ja, und zwar wie schnell man dort als Europäer untergeht. Man sieht fast ausschließlich nur Japaner. Die Population Japans besteht auch nur aus einem Prozent Ausländer. Irgendwann fühlt man sich dann als Teil dieser Massen und funktioniert mit ihnen. Nur zwischendurch, in Spiegelungen, blitzt die eigene Identität wieder auf.

© Franz Preschern
© Franz Preschern

Wirst du wieder nach Japan reisen?

Tokyo ist verdammt nah dran an der perfekten Stadt – man kann sich dort alle seine Wünsche erfüllen; shoppingtechnisch, kulturell, kulinarisch. Eine Stunde nördlich sind die Alpen zum Snowboarden und Bergsteigen, eine Stunde südlich Strände zum Surfen und Sonnen, rundherum die schönste Natur und Kultur. Wie könnte ich darauf verzichten!

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© Franz Preschern
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© Franz Preschern
© Franz Preschern
© Franz Preschern
Japan © Franz Preschern
© Franz Preschern

Mehr Japan-Fotos von Franz Preschern gibt es hier.

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Portrait von Franz Preschern © Franz Preschern

Fragen: Nadine Luft

Fotos: Franz Preschern