„Unsere Vision ist es, die Heimat für Motorradkultur zu sein!“ – so beschreibt Jan Zühlke, einer der beiden Herausgeber, was Craftrad verkörpert und transportiert. Craftrad ist ein Nischenmagazin für Motorradkultur und Lifestyle.

Jan studierte Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation an der UDK und hörte zufällig von dem Projekt, als es noch bei Christoph Blumberg in der Ideenfindung steckte. Es sollte sein Leben verändern, denn kurzerhand wurde Jan zum Partner.

Wie wurdest du Teil von Craftrad?

Für meine Abschlussarbeit an der Uni arbeitete ich mit einem Hamburger Wirtschaftsmagazin zusammen. Während meines Bachelors war also die Magazinwelt etwas, was mich sehr bewegte. Zufällig saß ich damals in einem Raum mit meinem ehemaligen Chef von Urban Motors, der gerade einen Termin mit Christoph Blumberg hatte. Dieser erzählte von der Idee, ein Motorradmagazin aufziehen zu wollen. Ich war sofort begeistert, da alles, was die Motorradkultur anbelangt, schon seit meinem siebzehnten Lebensjahr eine große Leidenschaft von mir ist.

Wie kam Christoph zu der Idee?

Er hatte vorher als Managing Director bei The European gearbeitet und entdeckte nach einem Sabatical sein neues Hobby: Motorräder. In einem Bahnhofsbuchhandel merkte er, dass es kaum emotional geprägte Magazine rund um das Thema Motorradfahren gab, sondern immer nur Daten, Fakten, Technik. Mit diesem Hintergrund haben wir im September 2014 gemeinsam begonnen, an der Umsetzung unserer Idee zu arbeiten!

Versteht ihr Craftrad als klassisches Printprodukt?

Obwohl es diese ästhetische, leidenschaftliche, visionäre und stetig wachsende Szene gibt, war aufällig, dass es im deutschsprachigen Raum weder ein Produkt noch ein Magazin oder gar Onlineformat diesbezüglich gab, was uns abholte. In der Motorradkultur geht es darum, sich die Finger schmutzig zu machen, etwas in der Hand zu haben, zu fühlen! Um diese verschiedenen Ebenen ausdrücken zu können, hat sich Print für unsere Visionen am besten angeboten. Dennoch steckt kein Entweder-oder-Denken hinter Craftrad. In unserem Gesamtkonzept schließen sich Print und Online in keinster Weise aus. Neben unserer Website haben wir auch eine Socialmedia-Präsenz, die sich auf Facebook und Instagram konzentriert. Wir haben mit Print angefangen, sehen jedoch sehr viel Potential in anderen Bereichen.

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Musstet ihr eure Entscheidung für Print rechtfertigen?

„Wenn man eine Nische gut besetzt, hat man hohe Chancen, ein erfolgreiches Business im Print-Bereich aufzuziehen!“

Es gibt schon seit Jahren Stimmen, die behaupten, Print sei tot. Das ist aber viel zu einfach dahergesagt. Es gibt zwei verschiedene Trends, die man beobachten kann: Einerseits das Sterben der großen Verlage, andererseits die enorme Fokussierung auf Nischen. Wir haben mittlerweile so viele Printformate in Deutschland wie nie zuvor! Während die aktualitätsgetriebenen Inhalte der Generalinteressen-Magazine wie FOCUS, DER SPIEGEL, stern usw. zunehmend online konsumiert werden, funktionieren Zeitlose Themen, in denen es um gute Geschichten und schöne Bilder geht, im Print immer noch supergut. Etwas Haptisches zu haben, das man in der Hand hält und was den Sammlerwert unterstreicht, das war für uns kein Wagnis, sondern eine Notwendigkeit, um unsere Themen bestmöglich zu transportieren.

Was ist guter Content für dich?

Guten Content zu produzieren bedeutet, zeitlose Themen zu bieten. Unser Magazin soll wie ein guter Kinofilm sein! Man sollte es auch nach drei Jahren aus dem Schrank nehmen können und noch tausend tolle und lesenswerte Geschichten vorfinden, Geschichten die nicht an Aktualität eingebüßt haben. Guter Content in Print bedeutet für mich, authentische Interviews mit eigentlich unnahbaren Protagonisten und interessanten Storys anbieten zu können.

Wie setzt ihr das online um?

Wir lieben es, im Netz Sehnsuchtsorte zu eröffnen, um den Betrachter in eine andere Welt zu entführen. Eine, in der er gerade nicht sein kann, aber dank des Internets und des Mediums Bild oder eines Videos kann er sich dort für einige Minuten verlieren, bevor es wieder in den stressigen Alltag geht. Langfristig wollen wir online aber unseren Fokus mehr auf aktualitätsbezogene Inhalte lenken. Wir sind gerade dabei, unsere Website zu relaunchen, sodass sie sich mit Print vernetzt und beides als optimale Einheit fungiert. Nur eben mit einem anderen redaktionellen Schwerpunkt.

Wie sieht das Craftrad der Zukunft aus?

Es ist der Beginn eines Konzepts, das noch viel weiter reichen soll. Das Magazin soll unser Rückgrat, unsere Basis sein. Wir wollen versuchen, ganzheitlich an dem Thema Motorradkultur zu arbeiten, um in Zukunft der Hauptansprechpartner in der Szene zu werden. Wir wollen Veranstaltungen organisieren, einen Shop gründen, auch Fernsehformate sind ein Thema. Unser Ziel ist es eben, ein ganzheitliches Konzept zu fahren. Noch ist Craftrad ein Printmagazin, es soll jedoch zu unserer 164-seitigen Visitenkarte werden und jeden ansprechen, der sich mit der Motorradkultur verbunden fühlt und gemeinsam mit uns in diese Erlebniswelt eintauchen möchte.

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Foto & Gif: Schall & Schnabel

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