Die Idee, einen eigenen Blog zu starten, entstand vor etwa einem Jahr. Ich hatte keine Ahnung vom Bloggen und erst recht nicht, wie man damit Geld verdienet. Das Einzige, was ich hatte, war ein Herz voller Ideen. Und ein Herz voller Drang, der Kreativität meiner Seele Ausdruck zu verleihen, mich zu zeigen, mir eine digitale Bühne zu verschaffen und dadurch eine Inspiration für andere zu sein. Weil ich spürte, dass ich etwas zu sagen habe, das berühren kann. Weil ich wusste, dass ich etwas zu sagen habe, womit sich viele Menschen dort draußen identifizieren können.

Ja! Ich hatte Bock zu inspirieren und im Medium Blog hierfür eine optimale Möglichkeit entdeckt. Ich stürzte mich in mein ganz persönliches Blog-Abenteuer Seelenrave und hatte keine Ahnung, wohin es mich führen würde. In meinem Kopf schwirrten Monetarisierungskonzepte herum, die ich irgendwo aufgegriffen hatte und von denen ich glaubte, dass sie mit zunehmender Reichweite irgendwann eine Rolle spielen würden.

Erfolgreiche Blogger erzählten mir, wie oft ich wann was posten sollte und wie ein Advertorial auszusehen hatte. Und dass Facebook am absteigenden Ast sei und ich meinen Social-Media-Schwerpunkt am Besten auf Instagram verlagern solle. Dass ich mir unbedingt Snapchat besorgen müsse, um mit dem digitalen Flow mitschwimmen zu können. Manche Weisheiten des Blogger-Kodex fühlten sich für mich stimmig an. Andere befolgte ich nur halbherzig und gab sie dann ganz auf, weil sie einfach nicht zu mir passten. Manchmal landeten Kooperationsanfragen in meinem E-Mail-Postfach, die vernünftig klangen. Doch kaum war die Stimme der Vernunft verklungen, konnte ich eine offensichtliche Unlust wahrnehmen. Aus demselben Grund: Weil sie nicht ich waren.

„Nun stell dich doch mal nicht so an“, mahnte mein innerer Kritiker. „Du sollst mit diesem Blog doch auch endlich mal richtig Geld verdienen.“ Schon gut. Erneut versuchte ich, mich zusammenzureißen und irgendwie ein guter Blogger zu sein. Versteht mich nicht falsch; ich bewundere all die Kolleg*Innen da draußen, die das Blogger-Business rocken und wahre Online-Virtuosen an allen Fronten sind. Deshalb konnte ich auch lange Zeit nicht komplett von der Idee ablassen, ihnen gleichzutun.

Doch tief drin spüre ich immer mehr, dass der klassische Weg des erfolgreichen Bloggers nicht mein Weg ist. Dass ich niemals ein leidenschaftlicher Social-Media-Freak sein werde. Dass mein Herz niemals für PR- und Marketingkonzepte schlagen würde.

Ich will bloggen, wie’s mir passt. Posten, wann ich es will. Schreiben, was mir auf der Seele brennt und nicht das, was die Leute lesen wollen. Wie eigensinnig das klingt. Auch ein wenig egozentrisch. Ist es wahrscheinlich auch.

Doch ja! Spiritueller Idealismus hin oder her. Ich will sie: Die absolute Freiheit. Und die absolute Authentizität.

Ich glaube, dass ich auch mit dieser Devise ein erfolgreicher Blogger sein kann. Und dass es sich lohnt, die Geduld aufzubringen, seinen eigenen individuellen Weg zu gehen, anstatt sich an jenem zu orientieren, der zwar für andere funktioniert, aber eben nicht im Einklang mit den eigenen Motiven ist.

Jeder Blogger hat seine ganz eigene Magie, die er in der digitalen Welt versprühen und mit der er seine persönliche Crowd berühren kann. Egal wie groß die mediale Reichweite ist. Egal wie oft seine Messages geshared und gelikt werden.

Ich glaube an meine Magie. Und an die digitale Vielfalt.

Live your naked digital self!

Dein Ludwig