Vrenifrost-blogfabrik-digital
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Acht Jahre sind es nun bereits, die ich mein Leben als digitale Nomadin genieße. Mein Baby neverever.me habe ich zunächst als reines Hobby betrieben, bis auf einmal die ersten Anfragen zu bezahlten Kooperationen eintrudelten. Über die Jahre wurden es mehr und mehr, mein Job als PR- Beraterin fraß einen Großteil meiner Zeit und so stand ich irgendwann vor der Entscheidung: volle Fahrt voraus oder weiterhin seicht mitschippern auf dem Blogger-Meer. Ich entschied mich für ersteres, schmiss meinen PR-Job und stürzte mich ins World Wide Web.

Die Zeiten, in denen man fröhlich vor sich hingetippt, den Artikel veröffentlicht und eventuell auf Facebook verlinkt hat, sind längst vorbei. Das hauptberufliche Blogger-Dasein ist digital durchgetaktet. Morgens nach dem Aufstehen der erste Instagram-Post, E-Mails checken, Artikel schreiben, Fotos schießen, Kunden treffen, zweiter Insta-Post, Street-Style-Shooting, Telefonkonferenz, Affiliate-Links setzen und, und, und …

Offline bin ich schon lange nicht mehr; jeglichen Versuch, digitales Detox zu betreiben, brach ich ab. Ich habe allerdings über die Jahre gelernt, mich nicht mehr von meinen Devices knechten zu lassen. Ich liebe meinen Job, der mir so viel ermöglicht, und deshalb macht es mir nichts aus, keinen Tag offline zu sein. Es war ein langer Weg, bei kurzzeitig nicht vorhandenem Internet keine Schweißausbrüche mehr zu bekommen und sich gleichzeitig nicht von der ständigen Erreichbarkeit und dem Druck, wieder etwas posten zu müssen, stressen zu lassen. Das Internet ist in Bloggerkreisen Fluch und Segen zugleich. Segen, weil wir uns so blitzschnell vernetzen können und Inspirationen finden. Fluch, weil es immer jemanden gibt, der schöner, erfolgreicher und scheinbar glücklicher ist. Dann hilft es, Scheuklappen aufzusetzen und sich nur auf die eigene Arbeit zu fokussieren.

Seit ich mich mit diversen Social-Media-Kanälen eingegroovt und die Anzahl an Postings für den Tag festgelegt habe, bin ich viel entspannter. Ordnung ist eben doch das halbe Leben. Mit festen E-Mail-Zeiten, keinen zehn offenen Chat-Fenstern auf Facebook und teilweise stumm geschaltetem Telefon lässt sich so einiges rocken.

Alle Bilder: Vreni Frost