Foto: Gesa Simons
Foto: Gesa Simons

Auf YouTube ist #goingbraless ein Riesenthema. Viele Vloggerinnen erklären ausführlich, warum sie sich gegen das Tragen des BHs entscheiden. Ein Hauptgrund ist vor allem mehr Komfort. Aber sie wehren sich auch gegen die Sexualisierung weiblicher Brüste. Sie haben es satt, dass Jungs sich ganz selbstverständlich oben ohne präsentieren dürfen und sie als Schlampe beschimpft werden, sobald man einmal einen erigierten Nippel durchblitzen sieht.

Stepanka „Every girl has tits!“

Ein häufiges Argument gegen das BH-Tragen ist das erhöhte Brustkrebsrisiko. Angeblich sollen vor allem Bügel-BHs die Lymphbahnen abklemmen und somit eine Erkrankung wahrscheinlicher machen. Viele Experten sehen dieses Risiko allerdings nicht als gegeben. Auch Allergien und Krebserkrankungen können laut Öko-TEST vor allem schwarze, stark mit Chemikalien belastete BHs zur Folge haben.

Angel Armogida erklärt, dass BH-Detox auch mit großer Oberweite funktioniert:

Vielen jungen Frauen geht es darum, ihre Brüste nicht permanent für die Wahrnehmung ihrer Umgebung optimieren zu müssen, sondern sie so zu lieben und zeigen zu dürfen, wie sie sind.

Ihr Motto lautet: „Alle Brüste sind schön“. Doch durch einen von der Schönheitsindustrie gesteuerten Fehlglauben sind viele davon überzeugt, dass unsere potentiellen Sexualpartner nur auf Supermodels mit Doppel-D-Oberweite stehen. Dabei sind männliche (und weibliche) Vorlieben genauso mannigfach wie die Formen und Größen weiblicher Brüste.

Sarah Anne erklärt, dass #braless auch mit sehr großer Oberweite kein Problem ist:

Natürlich hat Buzzfeed sich dem Thema auch schon angenommen. Drei Frauen testen eine Woche lang ein BH-freies Dasein – mit ganz unterschiedlichen Resümees:

Das sagt Whoopi Goldberg dazu:

Ich finde es toll, dass junge Frauen kommerzielle Schönheitsideale und überkommende Sexismen hinterfragen, verweigern und das tun, was ihnen am besten passt. Von Natur aus mit kleinen Brüsten bestückt, glaubte ich lange, diese pushen, aufpolstern und optimieren zu müssen. Schon vor vier Jahren schrieb ich für Der Freitag einen Kommentar über die verzweifelte Suche nach einem ungepolsterten BH. Mittlerweile gehe ich immer häufiger dazu über, ganz auf die Zusatzverpackung zu verzichten. Außer ich habe Lust, meine Brüste besonders schön zu verpacken.
Quasi als Geschenk zu besonderen Anlässen. Aber das ist eine andere Geschichte.

Headerbild: Sophia Hoffmann