(c) Andi Weiland | www.andiweiland.de
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Wo ich früher in E-Mails mit Glück die „Liebe Laura“ war, bin ich heute oft die „Sehr geehrte Frau Gehlhaar“.

Ähnliches erlebe ich auch, wenn Leute in Gesprächen fragen, worüber ich schreibe. „Ein Blog“ löst dabei deutlich gedämpftere Reaktionen aus als „ein Buch“. Während ersteres meistens mit einem „ Das kann doch jeder“-Blick quittiert wird, bringt letzteres die Menschen plötzlich dazu, respektvoll-anerkennend weiter zu fragen. Als wären die Texte im Buch mehr Wert als die auf meinem Blog (von dem Zehner, den das Buch kostet, mal abgesehen).

Klar, die Einstiegshürde für ein Blog ist deutlich niedriger. Wer schreiben kann und einen Internetzugang hat, kann bloggen. Zur Veröffentlichung eines Buches braucht es neben eines willigen Verlages auch die ein oder andere Druckmaschine und ein paar Bögen Papier. Die hat man nicht immer im Haus. 

(c) Andi Weiland | www.andiweiland.de
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Was ich nicht verstehe, ist, warum die Linie zwischen Anerkennung und Ablehnung für meine Arbeit und die anderer Autor*innen zwischen Bildschirm und Papier, statt zwischen Inhalt und Aussage gezogen wird. Wäre es nicht viel cooler, wenn es Respekt für die Texte selbst und nicht für deren Form, in der die präsentiert werden, gäbe?

Das „Kann doch jeder“ eines Blogs ist meiner Meinung nach seine beste Eigenschaft. Ohne sie hätte ich meine Texte nicht veröffentlichen können. Und ganz sicher hätte mich niemand in seinen Verlagskreisen aufgenommen und aus meinen Geschichten ein Buch veröffentlicht. Umgekehrt bin ich mir genauso sicher: Wenn sie gekonnt hätten, hätten Sophokles, Kant und Melville gebloggt. Auch wenn die drei wohl nicht mehr in die Blogfabrik einziehen, vielleicht kannst du uns ja zusammenbringen – in deinem Buchregal.

Kann man da noch was machen? gibt es überall dort, wo es Bücher gibt.

Außerdem lese ich euch auch am 8. 12. 2016 aus meinem Buch vor. Und Du bist von ganzem Herzen in die Blogfabrik eingeladen bei Kerzenschein, Musik, Wein, Eis und Fingerfood von „Vegan Queen“ Sophia Hoffmann

Tickets gibt es kostenlos und begrenzt hier:

Headerbild: (c) Andi Weiland