Farbe unter der Haut. Was für manche ganz normal zu sein scheint, gilt in vielen traditionell muslimischen Familien als haram. Der arabische Begriff bezeichnet Verbotenes, sowohl in Bezug auf Nahrung als auch auf Lebensweisen oder eben auch Körperbemalung. Tattoos seien eine Veränderung des Körpers, der Schöpfung Gottes, und da jeder Mensch gleich sei, soll er sich auch nicht mit Körperverzierungen von anderen abheben. Das sehen wir bei renk. nicht ganz so eng und lassen uns mehr als nur ein bisschen Farbe stechen. Melisa lernt Kasia Kluczny während des Studiums in Dortmund kennen und sieht sofort ihr Potenzial. Kasia erzählt uns: „Während meiner Kindheit konnte ich den Stift und Zettel nie weglegen. Ich habe immer gerne gemalt und gezeichnet. Dass ich irgendwann Tätowiererin werden würde, hätte ich nie gedacht! Die Idee, dass andere Menschen meine Zeichnungen für immer auf ihrer Haut tragen, hat mich fasziniert.“

Die 27-jährige ist in Polen geboren und hat die letzten Jahre in Dortmund gelebt. Dort hat sie Raum- und Objektdesign studiert und erhielt per Zufall bei einem Besuch in Berlin das Angebot, in einem Tattoo-Studio zu arbeiten, welches sehr überzeugt von ihren Arbeiten war. So spontan das Angebot war, so schnell hat sie also wegen der großen Liebe zur Farbe von einem auf den anderen Tag ihre Wohnung und ihren Job in einem Yoga Studio und bei H&M gekündigt, der sie sowieso nicht erfüllte. Leider musste sie sich dafür von ihrer Heimat, Freunden und Familie in Dortmund trennen. „Es hätte eine andere Stadt werden können, aber es sollte wohl Berlin sein“, sagt Kasia. Sie ist aber sicher: Ihr Herz ist und bleibt in Dortmund.

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Nachdem Kasia bereits einige Tattoos in Berlin gestochen hatte, auch auf ihrem eigenen Körper, hat es sich bei renk. ziemlich schnell herumgesprochen, dass sie tolle, einzigartige Motive kreiert. Überwiegend im Blackwork- und Dotworkstil hat sie mittlerweile nicht nur Herausgeberin und Freundin Melisa, sondern auch einige andere der Redaktion tätowiert. Kasia inspiriert sich auch an den Motiven und Ideen verschiedener Leute, die zu ihr kommen, um zusammen mit ihr einTattoo zu entwerfen. Und auch wenn man sich nicht sicher ist, welches Tattoo es nun werden soll: Kasia braucht lediglich ein paar Stichworte, um gute Vorschläge zu machen, wie es aussehen könnte. „Aus einer Passage eines Gedichtes entsteht dann zum Beispiel ein Schiff mit Leuchtturm im Hintergrund.“ Jedes einzelne Tattoo hat eine gewisse Geschichte und auch aus Stichworten wie „Rabe, Honigbiene, Rehkitz“ kann Kasia ein schönes Tattoo zaubern. We like!

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Falls ihr nun auch über ein Tattoo von ihr nachdenkt, findet ihr Kasia bei Black to the Rose in Kreuzberg. Mehr ihrer Arbeiten könnt ihr auf ihrer Webseite koloryskory.tumblr.com bewundern.