Materielle Dinge – sie liegen im Überfluss vor! Doch was ist mit all den Lebensfreuden, die man mit Geld nicht kaufen kann? Gesundheit, Zufriedenheit, Glück. Was ist mit all den immateriellen Werten? Mit all den … BLA. BLA. BLA. Bitch Please. Natürlich kannst du sie kaufen. Manchmal brauchst du nur ein bisschen mehr Geld. Mit diesen High-Class-Dienstleistungspaketen unter dem Weihnachtsbaum stopfst du selbst dem hartnäckigsten antikapitalistischen Puristen den Mund.

 

1. Remote Year
 – Abenteuer & Freunde
Deine Geschäftskollegen sind deine besten Kumpels, ihr reist um die Welt und macht nebenbei einen Haufen Kohle. Die Grenze zwischen Geschäftsmeetings und Saufgelage ist permeabel bis nicht-existent. Ihr habt immer ein Dutzend exotischer Bräute an eurer Seite. Ihr liebt und werdet geliebt. Das Leben? eine endlose Klassenfahrt. So oder so ähnlich fühlt sich das an, wenn du die dritte Staffel Mad Men auf der Couch schaust und Chipsbrösel von deiner Bierwampe sammelst? Zeit, Träume in Realität zu verwandeln! Remote Year ist ein Programm, das für eine einmalige Anzahlung von 5 000 € und zusätzlichen monatlichen 2 000 € 75 sogenannte Digital Nomads zusammenbringt, um ihnen einen einjährigen All-inclusive-Business-Trip zu ermöglichen: 12 Städte, 11 Monate, 74 neue Freunde. Verpflegung und WLAN inklusive. Haustiere und Kinder: nicht erlaubt. Ein Glück!

 

2. Priority Pass – Komfort & Luxus
Ich weiß, wie das ist. Kilometerlange schlangen beim Check-in. Penetrantes Befummeln beim Security Check und überkühlte Cola light aus dem Getränkeautomat. Egal, wie groß deine innere Ruhe heute ist: Dein Adrenalinspiegel steigt unvermeidbar mit jedem Besuch am Flughafen. Dabei hast du doch Business Class gebucht. Mit dem Priority Pass für 399 € im Jahr bist du auch in der Schlange des Security-Checks stets die Nummer eins: Separate Check-in-Schalter und rund 1000 exklusive Flughafen-Lounges weltweit erwarten dich. Snacks, Getränke und WLAN inklusive. Eine lohnenswerte Investition für alle, die Wert auf entspanntes Reisen legen und keinen Bock auf Schwachmaten aus der Economy-Class haben.

Now 900+ lounges #prioritypass

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3. Surf Air
 – Schnelligkeit & Mobilität
Und nun mal ganz ehrlich: Das da oben, das kannst du deinem fetten Cousin schenken. Doch du – ja, du – verdienst nicht nur eine exklusive Flughafenverpflegung. Du verdienst ein ganz exklusives Flugzeug. Am besten mit so wenig anderen Leuten wie möglich an Board.
 Surf Air bietet dir die “all-you-can-fly”-Mitgliedschaft: Persönliches Terminal. Persönliche Begrüßung vom Club-Host. Ticket vorzeigen ist nicht nötig, denn dich kennen schon alle. Während der Wartung des Privatjets machst du Bekanntschaft mit deinen Piloten. Gediegen und elegant, fast so wie in einem James Bond-Film, schlendert ihr mit im Wind wehenden Krawatten gemeinsam über das Rollfeld und steigt in die hochklassige Schweizer Maschine. Die Einrichtung des Jets ist speziell für die Bedürfnisse von Geschäftsleuten entworfen. Das bedeutet: gemütliche Sitze und geräumige Tische stehen an erster Stelle. Kein Anstehen, kein Warten – kein Stress. 3 500 € im Monat kostet der Spaß und verspricht seinen Mitgliedern einen durchschnittlichen Zeitgewinn von zwei Stunden pro Flug. Diese zwei Stunden kann man natürlich direkt in ein profitables Meeting investieren.

 

 

4. Headspace – Leistungsfähigkeit & Ausgeglichenheit
Konzentrationsprobleme? Schlafmangel? 1 000 Angestellte in 10 Startups koordinieren und dabei einen kühlen Kopf bewahren ist gar nicht so einfach. Und Whirlpool und Massage helfen einem auch nicht immer aus dem Gedanken-Salat. Doch was tun, wenn der Zeitplan einfach nicht genug Raum zum geistigen Runterkommen bietet, du jedoch auf deine tägliche Höchstleistung angewiesen bist? Genau für deine Bedürfnisse wurde die Meditationsapp Headspace entwickelt. Mit anfänglich nur 10 Minuten Übungszeit am Tag garantiert die App, die auf den Lehren des buddhistischen Mönches Andy Puddicombe basiert, den Kurs deines Privatjets Richtung Nirwana zu lenken.

Perfection not required. (📸: @neverasusual)

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5. Tara Stiles – Fitness & Gesundheit  
Auch der beste Fitness-Coach wird nicht ausnahmslos Zeit haben, dich auf all deinen Reisen zu begleiten. Model, Instagram-Babe und Yoga-Lehrerin Tara Stiles kennt die Problemchen der wohlhabenden Reisenden: “By identifying their needs and wants in a workout, I was able to create four unusual, fun, glamorous workouts that can be done whenever, wherever anywhere in the world.” In Kooperation mit der Luxus-Hotelkette W Retreats entstanden sogenannte In-Room-Yoga-Workouts für alle Situation im Leben eines Jetsetters. Ob Kater oder Jetleg – für alles, was deiner Eleganz im Wege stehen könnte, gibt es eine Asana. Wer sich mal länger dem körperlichen Wohlbefinden widmen möchte, kann auch ein ganzes Retreat Package samt Taras persönlicher Anwesenheit buchen. Diese erstklassigen Kurse finden jedoch nur in der südlichen Hemisphäre statt: Bali oder lieber doch Malediven? Ich kann mich nicht entscheiden. Aber wie Sartre schon gesagt hat: „Ich habe alles gehabt was ich wollte, aber nie so, wie ich es wollte“. Frohe Weihnachten.

 

This is a pretty good picture of me. It’s not fake, or unreal, or photo shopped. I’m probably going to get a good amount of „likes“ and comments based on it’s appeal. But life isn’t about passive likes, it’s about meaningful connection, and that’s why I’m here. That’s the potential of us all being here. I’ve been thinking quite a bit on how we present ourselves in social media. What grabs our attention, what we are drawn to, and more excitingly, what is the potential of our connection with these powerful tools we have available now. And where does the pit bottom out when we fall toward the shallow, isolated, insecure, and disconnected parts of our self. What gets rewarded in social media are pretty pictures of seemingly perfection. On a beach? Great. In a bikini looking good? Even better. Are you there every day in a different outfit with always something inspiring to say? Perfect. Are those real moments? Sure, Sometimes. Are these moments carefully manicured, curated, picked over, while we are really slouched in bed desperate to share something that makes us look better then we feel? Probably. And that sucks. I’ve caught myself spending actual precious time searching for that perfect picture to post to share, and engage. It’s silly and a waste, but we perpetuate the bad habit by playing into the fake game of perfection. We get stuck, fooled, bored, and we’re all pretty much ready to get back to real. I want to see you’re triumphs, your celebrations, your challenges and your failures. When we only show one side, the one we think is our good side, we cheat ourselves from our inner power and reaching our full potential. I’ll be musing on this topic in my newsletter coming soon. Link in bio if you want to keep connected with this conversation. Let’s elevate the real self & uplift each other.

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Headerbild: Andy Kassier