Facebook! DIE Internet-Plattform auf der wir die meiste Zeit verbringen. Als das Netzwerk 2007 in Deutschland startete, hätte niemand gedacht, dass wir es so lange damit aushalten. My Space und Studi VZ waren für uns die ersten sozialdigitalen Gehversuche, bevor Facebook kam und damit reizte, das digitale Ich in all seiner Pracht mit anderen Usern zu teilen. Mit den Jahren verbesserten sich zwar nicht die Datenschutzrechte, aber immerhin die Funktionen und mit ihnen auch unser Online-Verhalten. Am Anfang ließ man seinen Gefühlen freien Lauf; nichts schien peinlich, man postete, ohne lang darüber nachzudenken. Nicht immer die besten Ideen, aber rückblickend hochamüsant. Und nun zurückgetaucht in mein blaues Tagebuch.

September 2010: Man begrüßte mich auf Facebook.

Begrüßung Saleh

 

Offensichtlich überlegte ich eine Weile, welches das geeignete Profilbild sein könnte. Natürlich, der Abiball, eingefangen vor einer prachtvollen Wolkendecke:

Erste Profilbild

 

Die ersten Likes:die ersten Likes

 

Mit viel Liebe habe ich damals meine Events gestaltet:

Event FB

 

Offene Fragen wurden allerdings direkt auf der Pinnwand geklärt, und nicht etwa in der Gruppe des Events:

Partyanfrage

 

Ein paar Monate später war ich schon ein bisschen mehr drin. Es gab so wunderschöne Statusmitteilungen mit viel Mehrwert für alle Facebook-Freunde. So wie diesen hier:

Es regent

Oder diesen:

Berliiiin

Jule Müller hatte das schon drei Jahre früher für sich entdeckt:

15978557_10154400938866443_1950669019_n

 

Meine Liebe zu Berlin schien grenzenlos. Hier mein Abschiedspost vor meinem Umzug nach London. Eine kleine Doppeldeutigkeit, die nur ich verstehen sollte. Entsprechend reagierte die Community:

Liebe

 

Ganz wichtig: Verletzungen! Die müssen auf jeden Fall geteilt werden.

„Nicht für mich!“ – Ich habe absolut keine Ahnung, was ich damit gemeint haben könnte:

Verletzungen

 

Schon damals unverzichtbar: Entscheidungen, die du für dein Leben triffst, müssen sofort gepostet werden:

Vegetarier

 

Mein erstes Selfie. Derweil aber für niemanden mehr sichtbar. Aus gutem Grund, Leute, aus gutem Grund!

Profilbild

 

Genau, teile das Ultraschall-Bild deiner Schwägerin:

Line Ultra

 

Auch schön: Der Tag, an dem ich in ein Wettbüro ging und statt auf Fußball, auf den nächstmöglichen Nobelpreisträger für Literatur zehn Pfund setzte und es eigentlich niemanden so wirklich interessierte.

Haruki

 

Oh, Mann!

Buchzeile

 

Läuft ja auch nicht immer alles gut:

Jonny cash

 

Mein Geburtstagspost:

Glückwünsche

Was genau war damit gemeint? Richtig, ich hatte meinen Geburtstag nicht sichtbar gemacht und mich offensichtlich sehr doll darüber gefreut, dass Menschen (ganze sieben!) es trotzdem wussten und mir Glückwünsche auf der Pinnwand hinterließen.

 

Mein erstes politisches Statement war ein Beitrag zu den US-Präsidentschaftswahlen:

Amerika Brit

Auch hier mal wieder keine Gnade seitens der Community:

Antwort Dennis

 

Und den hier, ich sags wie es ist, find ich immer noch ganz süß:

Welttag des Buches

 

Bis ich den Weg des blauen Daumens verstanden habe, hat es offenbar eine Weile gedauert. Aktuell wiege ich mich in Sicherheit und glaube, keine Peinlichkeiten mehr ins Netz zu pusten. Aber wahrscheinlich kommt bald wieder ein neues Feature, sodass das, was ich heute poste, in ein paar Jahren genauso peinlich erscheint wie damals. Egal, Humor ist, wenn man trotzdem postet.