Die Beziehung ist aus, die Habseligkeiten und Kinder müssen aufgeteilt werden – Schluss mit den Nettigkeiten. Zum Glück gibt es das Internet, um Racheaktionen noch den nötigen Aua-Faktor zu verleihen. Denn nichts schreit mehr „Ich hasse dich, Arschloch, und will, dass die ganze Welt das weiß und es niemals wieder vergisst. Hab ich schon erwähnt, dass ich dich hasse?“ als ein Instagram-Post der verbrannten Comic-Sammlung des betrügenden Ex-Mannes.

Rache an Menschen, die einem wehgetan haben, ist in den meisten Fällen total unangebracht. Denn die negativen Energien, die man dem/der Ex-Partner/in mit seinen Aktionen zuspielt, tun einem – abgesehen vom kurzen Zustand der Genugtuung – natürlich eigentlich selbst total weh. Anstatt sich mit der Zerstörung des Lebens einer anderen Person zu beschäftigen, wäre es wohl angebrachter, sich auf die eigene Genesung zu konzentrieren.

Aber manchmal hilft es dann doch, radikal zu boxen, zu schreien, zu verbrennen. Manchmal muss eine verletzte Seele einfach tun, was sie nicht lassen kann. Wir haben das Internet mal durchforstet und Beispiele gefunden, die trotz ihrer Bitterkeit ziemlich entertaining sind.

 

Flohmarkt des Grauens

Eine ziemlich saure betrogene Frau verkaufte 2013 auf einem Hinterhof-Flohmarkt das gesamte Hab und Gut ihres Ex-Mannes, während er sich ein entspanntes Wochenende mit seiner neuen Flamme machte. Autsch. Die Anzeige auf der amerikanischen Anzeigenseite Craigslist beinhaltete folgende Zitate:

„Lots of tools which he didn’t have a clue how to use, table saw, super size industrial ladder, tool cabinets, lawnmower and yard tools too.

Brand new sliding glass door that he never got installed is available too.

Don’t come too early (like he did) because I will be thoroughly enjoying some wine with my girlfriends this evening as we clean out all this stuff and likely be nursing hangovers in the morning.

There are not any of his clothes for sale though as we will have already burned those in the driveway.“

 

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Quelle: diply.com.

 

Deutliche Reklametafel

Die betrogene Jennifer aus North Carolina bedient sich des beliebten Master-Card-Werbeslogans, um ihren frisch gebackenem Ex Michael davon zu unterrichten, dass er ab sofort bei seiner Neuen, Jessica, wohnen wird. Den Spaß finanziert sie vom gemeinsamen Sparkonto. Das Geld scheint ziemlich gut angelegt, allerdings ist bis dato noch nicht ganz klar, ob es sich hinter dieser Anzeige nicht eine gut gemachte Werbung des Billboard-Besitzers selbst versteckt. Egal. Was es ins Fernsehen schafft, ist immer real!

 

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Quelle: Huffington Post.

 

Geteiltes Leid ist halbes Leid

Schlecht geht es eBay-User der.juli, als er nach zwölf Jahren Ehe von seiner Frau verlassen wird. Das mit der 50-50-Vermögensaufteilung nach der Trennung nimmt er wirklich sehr, sehr ernst. Er zersägt einfach alles: vom Kuscheltier bis zum Auto. Das gemeinsame Fahrrad verkauft er mit den folgenden Worten:

„Verkaufe ein schönes 26er-Mountainbike in schwarz mit Federgabel und Schimano-Schaltung. Das Rad hat einige Gebrauchsspuren, vor allem hinten. Da fehlt die gesamt Hälfte. Das Hinterteil musste ich leider nach einer längeren Auseinandersetzung mit meiner heutigen Ex-Frau amputieren.

Sie und die Gerichte waren nach der Scheidung der Meinung, dass ihr ein nicht unerheblicher Teil UNSERER Sachen zusteht, die ICH bezahlt habe. Meine Flex und ich waren der Meinung, dass Sie GENAU die HÄLFTE bekommen soll…

Das Rad fährt trotz kleinere Einschränkungen recht gut, die Vorderbremse greift tadellos und die Federgabel federt. Weise ausdrücklich darauf hin, dass das Rad KEINEN GEPÄCKTRÄGER hat!!!“

 

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Quelle: im gegenteil.

 

Entspannungsbad mit Apfel-Aroma

Eine Japanerin ist wütend; ihr Freund hat sie betrogen. Und was liebt ihr Freund am meisten auf dieser Welt, wohl noch mehr als sie selbst? Genau. Seine Apple-Gadgets. Die Frau gönnt der Technik ein Entspannungsbad – mehrere iPhones, iPads, MacBooks und ein iMac landen in der Badewanne, aus der sie es wohl nicht mehr lebend geschafft haben. Die Fotos davon sendet die Betrogene an das Arbeitshandy des Betrügers. Dieser stellt die Beweise als @foolishnessfly2 auf Twitter – und wird zwar 26 000 Mal retweetet, handelt sich aber auch ordentlich Ärger ein. Das Netz hat eindeutig kein Mitleid. Voll okay.

 

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Quelle: Twitter.

 

 

Trennungsschmerz in der Vitrine

Alle, die diese Abrechnungen des verletzten Egos zu radikal finden, trotzdem aber den Krempel loswerden wollen, der ständig an den/die Ex erinnert, können ihre Relikte auch an das Museum of Broken Relationships weitergeben. Dort werden sie für die Webseite digitalisiert und liebevoll in die Museumsvitrinen gelegt – sollen sich doch Fremde daran erfreuen. Hauptsache, ihr müsst den Kram nicht mehr sehen.

 

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Und jetzt mal unter uns …

Macht es gut beziehungsweise besser: Hört auf zu saufen, nehmt euch Zeit, verdaut den Schock, seid gut zu euch, werdet glücklich – eine bessere Rache kann es eh nicht geben.

 

Text: Jule Müller #teamimgegenteil
Headerfoto: Mädchen an Jungenbein lehnend via Shutterstock.