Die holländische Band Klyne ist der Newcomer des Jahres 2016. (Foto: Presse)
Die holländische Band Klyne ist der Newcomer des Jahres 2016. (Foto: Presse)

Die aktuellen Hype Machine Charts:

Die holländische Band Klyne ist der Newcomer des Jahres 2016 in der Hype Machine und inzwischen bei einem Majorlabel gelandet.
(Foto: Presse/Warner Music)

Reine Verkaufscharts haben heute kaum eine Aussagekraft: Nur weil ein Titel ein paar hundertmal mehr verkauft oder gestreamt wird als ein anderer, sagt das weder etwas über die Qualität noch über den tatsächlichen Erfolg eines Künstlers aus.

Jeder hat heute jederzeit Zugriff auf Milliarden von Songs, der Mainstream ist marginalisiert. Nie brauchte man weniger Hörer, um in den Top 10 zu landen als heute. Das musikalische Angebot ist dank billigem Studio-Equipment in den letzten Jahren explodiert, und was in den Charts erfolgreich ist, bestimmen die Plattenfirmen letztendlich selbst; durch die Höhe des Budgets, die für Werbung und PR zur Verfügung steht, und durch diverse über Jahre erprobte Strategien und Tricks, mit denen sie die Charts in ihrem Sinne beeinflussen können. Dazu gehören sowohl Auftritte in reichweitenstarken TV-Sendungen (Schlager/Casting-Shows) als auch die Veröffentlichung von sündhaft teuren Fan-Boxen (Rap).

Beide Methoden erweisen sich seit Jahren als sehr hilfreich, um selbst Künstler mit übersichtlicher Fangemeinde in die Charts zu pushen.

Wesentlich basisdemokratischer geht es da in den Blogcharts zu: Hype Machine greift auf das riesige Musikarchiv von SoundCloud zu und nutzt gleichzeitig die redaktionelle Kompetenz und den Geschmack der Blogger. Bekannte Chartshits werden dort naturgemäß eher selten empfohlen, das wäre ja auch ziemlich langweilig. Stattdessen suchen Blogger gerne mal nach neuem heißen Scheiß jenseits von Formatradio, Major-Labels und Massenmedien. Musik also, die nicht nur Konsumenten, sondern vor allem wahre Musikfans anspricht.

Wie kommt man auf Hype Machine und in die Blogcharts?

Viele Labels beobachten Hype Machine sehr genau und suchen inzwischen dort und auf Youtube nach den kommenden Stars.

Hier die fünf Schritte, die nötig sind, um die Blogcharts zu stürmen:

  1. Die Musik:
    Ohne Hit kein Hit, ganz klar. Der erste Eindruck zählt und es sollte ein bleibender sein.Wenn du Musik machst, sei eigenständig und einzigartig und falle dadurch auf! Dazu gehört übrigens nicht nur die Musik, sondern auch, wie man sich präsentiert, also Promo-Fotos und vor allem Videos. Als Newcomer solltest du dich übrigens immer mit Gesicht präsentieren, damit deine Follower wissen, mit wem sie es zu tun haben. Schließlich kennt dich noch keiner und du musst dir ein Image aufbauen, das im Gedächtnis bleibt.
  1. SoundCloud:
    Lade deinen Song bei SoundCloud hoch und lege dort ein Profil mit weiteren Songs an und teile sie in deinen sozialen Netzwerken. Und was ist mit Mail? Vergiss Mail! Kein Blog hört deine Musik, wenn du sie nur per Mail verschickst. Die landet höchstens im Spam-Ordner.
  1. SubmitHub:
    Du bist jetzt zwar bei SoundCloud, aber da findet dich erstmal keiner außer ein paar Freunde. Aber du brauchst jetzt unbedingt redaktionelle Features, damit du deinen Song in der Hype Machine platzieren kannst. Jetzt kommt SubmitHub ins Spiel, ein neues und sehr effektives Promo-Tool aus den USA.

Das Prinzip: Du schickst über SubmitHub deinen Soundcloud-Song an ausgewählte Blogs, die für deine Art von Musik wichtig und relevant sind. Dafür zahlst du jeweils einen kleinen Beitrag (ungefähr so viel wie früher für den Versand einer CD), der sicherstellen soll, dass sich die Blogs die Zeit dafür nehmen, deinen Song anzuhören und ein persönliches Feedback dazu abgeben. Das kann positiv oder negativ ausfallen, aber jedes Feedback ist besser als gar keins.

Wir bei Tonspion nutzen SubmitHub seit einiger Zeit und können sagen: Es funktioniert! Wir bekommen rund fünfzig Songs täglich zugeschickt und hören uns jeden einzelnen an! Und das Niveau der Zusendungen ist erstaunlich hoch.

  1. Blogs:
    Findet ein Blog deine Musik umwerfend und kündigt ein redaktionelles Feature an, steigen die Chancen, dass dein Song anschließend auch in der Hype Machine rotiert. Jeder Blog kann seinen RSS-Feed bei Hype Machine anmelden und so dort seine Musikempfehlungen hörbar machen. Wenn wirklich niemand etwas über deine Musik schreiben möchte, du aber trotzdem zu 100 % davon überzeugt bist: Starte deinen eigenen Musikblog und melde ihn bei Hype Machine an! Das kann heute wirklich jeder.
  1. Hype Machine:
    Die Musik-Suchmaschine sammelt schließlich alles, worüber die Blogs aktuell schreiben, und kategorisiert die empfohlene Musik in diversen Playlisten und Charts. Für die Blogcharts relevant ist weder die Anzahl der Blog-Features noch der Plays, sondern ausschließlich die Likes. Mögen viele Leute deinen Song und speichern ihn ab, wird er in den Charts schnell nach oben steigen. Natürlich finden mehr Leute deine Musik, wenn möglichst viele Blogs darüber schreiben. Deshalb schadet es nicht, SubmitHub immer mal wieder mit neuem Material zu füttern.Und ganz wichtig: nimm Absagen auf keinen Fall persönlich. Nicht jeder Song ist gleich ein Hit. Viele große Bands haben Jahre dafür gebraucht, ihren ersten Treffer in den Charts zu landen. Also: Geduld! Und wenn alles nicht funktioniert, beginne mit deinem nächsten Song einfach wieder bei 1. Dafür machst du das ja auch alles.

    “Everything worth doing takes time. You have to write a hundred bad songs before you write one good one. And you have to sacrifice a lot of things that you might not be prepared for. Like it or not, you are in this alone and have to follow your own star.” (Bob Dylan)

Wenn du uns deine Musik schicken möchtest, so geht’s.