Die holländische Band Klyne war der Newcomer des Jahres auf HypeMachine. (Foto: Presse)
Die holländische Band Klyne war der Newcomer des Jahres auf HypeMachine. (Foto: Presse)

Reine Verkaufscharts haben heute kaum noch eine Aussagekraft: Nur weil ein Titel ein paar hundertmal mehr verkauft oder gestreamt wird als ein anderer, sagt das weder etwas über die Qualität der Musik noch über den tatsächlichen Erfolg eines Künstlers aus.

Jeder hat heute jederzeit Zugriff auf Milliarden von Songs, der Mainstream ist marginalisiert. Nie brauchte man weniger Hörer, um in den Top 10 zu landen als heute.

Was in den Charts erfolgreich ist, bestimmen die Plattenfirmen letztendlich selbst: durch die Höhe des Budgets, die für Werbung und PR zur Verfügung steht und durch diverse, über Jahre erprobte Strategien und Tricks, mit denen sie die Charts in ihrem Sinne beeinflussen können.

Dazu gehören sowohl Auftritte in reichweitenstarken TV-Sendungen (Schlager/Casting-Shows) als auch die Veröffentlichung von sündhaft teuren Fan-Boxen (Rap).

Beide Methoden erweisen sich seit Jahren als sehr hilfreich, um selbst Künstler mit eher übersichtlicher Fangemeinde in die Top 10 zu pushen.

Disclosure (Foto: Presse)
Disclosure: Von den Blogcharts zu Weltstars.

Wesentlich basisdemokratischer geht es da in den Blogcharts zu: Hype Machine greift auf das riesige Musikarchiv von SoundCloud zu und nutzt gleichzeitig die redaktionelle Kompetenz und den Geschmack der Blogger.

Fast-Food-Hits stehen bei den Musikgourmets meistens nicht hoch im Kurs. Stattdessen suchen Blogger gerne mal nach Delikatessen jenseits von Formatradio, Major-Labels und Massenmedien. Musik also, die nicht nur Konsumenten, sondern vor allem wahre Musikfans anspricht.

Wie kommt man auf Hype Machine und in die Blogcharts?

Viele Labels beobachten Hype Machine sehr genau und suchen inzwischen dort und auf Youtube nach den kommenden Stars.

Hier die fünf Schritte, die nötig sind, um die Blogcharts zu stürmen:

  1. Die Musik:
    Ohne Hit kein Hit, ganz klar. Der erste Eindruck zählt und es sollte ein bleibender sein. Wenn du Musik machst, sei eigenständig und einzigartig und falle dadurch auf! Natürlich ist auch das Image wichtig, aber ohne einen guten Song hast du keine Chance ganz egal, wie toll die Verpackung ist.
  2. SoundCloud:
    Lade deinen Song bei SoundCloud hoch und lege dort ein Profil mit weiteren Songs an und teile sie in deinen sozialen Netzwerken. Und was ist mit Mail? Vergiss Mail! Kein Blogger hört deine Musik, wenn du sie nur per Mail verschickst. Niemand klickt auf Verdacht auf irgendwelche Links in einer Mail, um sich Musik anzuhören.
  1. SubmitHub:
    Du bist jetzt zwar bei SoundCloud, aber da findet dich erstmal keiner. Aber du brauchst jetzt unbedingt redaktionelle Features, damit du deinen Song in der Hype Machine platzieren kannst. Jetzt kommt SubmitHub ins Spiel, ein neues und sehr effektives Promo-Tool. Das Prinzip: Du schickst über SubmitHub deinen Song an ausgewählte Blogs, die für deine Art von Musik wichtig und relevant sind. Dafür zahlst du jeweils einen kleinen Beitrag (ungefähr so viel wie früher für den Versand einer CD), der sicherstellen soll, dass sich die Blogs die Zeit dafür nehmen, deinen Song wirklich anzuhören und ein persönliches Feedback dazu abgeben. Das kann positiv oder negativ ausfallen, aber jedes Feedback ist besser als gar keins.
  2. Blogs:
    Findet ein Blog deine Musik umwerfend und kündigt ein redaktionelles Feature an, steigen die Chancen, dass dein Song anschließend auch in der Hype Machine rotiert und auch Radiosender oder Labels auf dich aufmerksam werden. Nutze die besten Zitate für deine Promo auf deiner Homepage und deinen Social Media Kanälen. Wenn trotz allem Aufwand niemand etwas über deine Musik schreiben möchte, du aber trotzdem zu 100 Prozent davon überzeugt bist: Starte deinen eigenen Musikblog und melde ihn bei Hype Machine an! Das kann heute wirklich jeder.
  3. Hype Machine:
    Die Musik-Suchmaschine sammelt schließlich alles, worüber die Blogs aktuell schreiben, und kategorisiert die empfohlene Musik in diversen Playlisten und Charts. Für die Blogcharts relevant ist weder die Anzahl der Blog-Features noch der Plays, sondern ausschließlich die Likes. Mögen viele Leute deinen Song und speichern ihn ab, wird er in den Charts schnell nach oben steigen. Natürlich finden mehr Leute deine Musik, je mehr Blogs darüber schreiben. Deshalb schadet es nicht, SubmitHub immer mal wieder mit neuem Material zu füttern.

Ganz wichtig: nimm Absagen auf keinen Fall persönlich. Nicht jeder Song ist gleich ein Hit. Alle großen Bands haben Jahre dafür gebraucht, ihren ersten Volltreffer zu landen. Also: Geduld! Und wenn alles nicht funktioniert, beginne mit deinem nächsten Song einfach wieder bei Punkt 1.

“You have to write a hundred bad songs before you write one good one. And you have to sacrifice a lot of things that you might not be prepared for. Like it or not, you are in this alone and have to follow your own star.” (Bob Dylan)

Wenn du uns deine Musik schicken möchtest, so geht’s.

Die Hype Machine Charts:

Die holländische Band Klyne war der Newcomer des Jahres 2016 in der Hype Machine und inzwischen bei einem Majorlabel gelandet.
(Foto: Presse/Warner Music)