Unsere Welt wird immer quantifizierbarer. Je weiter digitale Medien in unser Leben vordringen, desto mehr Daten ergeben sich aus ihrer Nutzung. Gleichzeitig verbessern sich die Mittel ihrer Auswertung immer weiter, was zu einer Masse an Informationen über die Nutzer digitaler Medien führt. Viel von diesen Nutzerdaten liegt auf Serverfarmen in der Hand großer Medienkonzerne. Google macht sie jedoch über Tools anonymisiert zugänglich. Diese Werkzeuge journalistischer Suchmaschinenrecherche stehen jedem zur freien Nutzung bereit. Doch es erfordert in einigen Fällen etwas Fachwissen, um diese richtig einzusetzen.

Die Organisatoren des Workshops: Claudio Rimmele, Isabelle Sonnenfeld und Robert Lehmann (v. l. n. r.)
MyMaps, 360°-Bilder, Videoflüge und Faktenchecker

In Absprache mit der Community der Blogfabrik wurden die Themen des ersten „Google Social News Labs“ im Vorfeld abgesteckt. Unter anderem ging es um das Erstellen eigener Karten, von 360°-Bildern, Videoflügen durch Google Earth und einen Faktenchecker. Gehalten wurde der Workshop von Isabelle Sonnenfeld, der Leiterin des Google News Lab. Dies sei die schönste Redaktion, in der sie je ein News Lab gehalten habe, sagte sie zu Beginn des Workshops. Vorne saß sie, umringt von grünen Zimmerpflanzen, mit ihrem Stuhl auf dem großen, neu angeschafften Perserteppich. Ihr Kollege Robert Lehmann führte später noch die neuen Funktionen des Google-Assistenten vor.

Gut Ding will Weile haben

Die Ergebnisse bisheriger Kollaborationen, die als Vorführexemplare zur Veranschaulichung gezeigt wurden, können sich defintiv sehen lassen. Etwa “Deutschlands grünste Städte”, eine aufwendig gestaltete interaktive Karte der Berliner Morgenpost, die mit MyMaps erstellt wurde. Oder, im klassischen Vice-Style, “Cannabis: Wir beantworten die 40 meistgegoogelten Fragen der Deutschen” – ein Ergebnis der Arbeit mit Google Trends.

Es können aber auch ganze Websites zu einem bestimmten aktuellen Thema entstehen, wie im Fall von “Wahl 2Q17”, die einen mit allen relevanten Suchdaten rund um die Bundestagswahl versorgt. Mit den Google Tools kann also interessanter, spannender und originärer Content erstellt werden. Einiges lässt sich schnell und einfach erstellen, wie zum Beispiel die Daten-Gifs. Für die oben verlinkten Vorzeigeexemplare gilt allerdings, wenig verwunderlich: Gut Ding will Weile haben.

Fotos: Frank R. Schröder | iHeartBerlin.de