In Deutschland gilt Nacktheit in der Öffentlichkeit als Straftat, die unter die Kategorie „Erregung öffentlichen Ärgernisses“ fällt. Indigenen Völkern, die immer und überall nackt sind, müsste man dies mit viel Geduld erklären und würde trotzdem auf massives Unverständnis stoßen. Nacktheit gilt also in der vermeintlich zivilisierten Welt tendenziell als etwas Unmoralisches, was so auch gesetzlich untermauert wird.

Auf der anderen Seite übt Nacktheit dort als Projektionsfläche für sexuelle Fantasien eine unglaubliche Faszination aus. Eine Faszination, die vom Tabu-Effekt lebt und als zeitloses Erfolgsrezept der kollektiven Marketing-Maschinerie gilt. Irgendwie scheint dieses Konzept von Nacktheit, wie wir es kennen, seltsam paradox und ungesund verzerrt.

Wir sehen die Welt durch jene Brillengläser, die uns von Kindesbeinen an durch alle Konditionierungen und Sozialisationen aufgesetzt wurden. . Was wir denken und fühlen, wenn wir einen nackten Körper sehen, sagt also viel mehr über diese Muster aus als über das nackte Gegenüber. Darüber, welchen Bezug wir zur Nacktheit haben. Ob sie uns abstößt oder gänzlich kalt lässt. Und ob wir auch mit unserem eigenen Körper im Reinen sind.

Für mich ist der spirituelle Weg ein Weg der Befreiung. Eine Befreiung von all diesen Konditionierungen, Glaubenssätzen und gesellschaftlichen Manipulationen die uns oftmals davon abhalten, das zu leben, was wir wirklich sind. Die uns Angst einflößen, wenn wir nicht gesellschaftskonform leben, lieben oder arbeiten, und mit einem mahnenden Zeigefinger auf die Gefahr des gesellschaftlichen Liebesentzugs hinweisen, wenn wir gewisse Facetten unseres Selbst ungefiltert nach außen tragen.

Wenn ich auf meiner Facebook-Seite halbnackte Bilder von mir poste und diese mit für mich wegweisenden spirituellen Weisheiten versehe, ist dies eine Facette meines wahren Selbst, die sich ihren Weg durch die ursprünglichen Zweifel und Ängste gebahnt hat. Eine Facette meines wahren Selbst, die einfach ist. Ohne Zweck und ohne Ziel. Es ist mit Sicherheit nicht jedermanns Sache, nackt vor der Kamera zu posieren. Doch wer ein freies, selbstbestimmtes Leben führen will, der wird sich aus dem gesellschaftlichen Korsett befreien und sich im bildlichen Sinne nackig machen müssen.  Denn ja: Wahre Nacktheit kommt von innen!

Jeder ist in seinem Naturell einzigartig und jeder verdient es, diese Einzigartigkeit zum Leuchten zu bringen. Niemals wird man dadurch nur Lob und Begeisterung ernten, man wird zwangsläufig auch anecken und auf Kritik stoßen. Doch das, was nachhaltig bleibt und Erfüllung schenkt, ist nicht die Bestätigung im Außen sondern die tiefe innere Zufriedenheit, die sich einstellt, wenn man ein Leben führt, das dieser Einzigartigkeit entspricht – in all ihren Facetten. Deshalb mein Rat an dich, tief aus meinem Innersten: Gönn deiner Seele eine FKK-Session und bring all dein Selbst zum Strahlen!