Vor ein paar Tagen haben unsere Kollegen von magculture eine Liste mit sechzehn Vorschlägen für das Jahr 2016 rausgehauen. Vorschläge, die wir uns als Herausgeber von Blogs und (Online-)Magazinen mal zu Herzen nehmen sollten. Wir haben uns davon inspirieren lassen und mit unseren eigenen Erfahrungen einmal zusammen gefasst.

1 – Täglich grüßt das Murmeltier

Ein neues Magazin ist auf dem Markt? Sieht allerdings wie etwas Altbekanntes aus und liest sich auch so? Copy Cats gibt es überall und vor ihnen muss man sich immer wieder aufs Neue in Acht nehmen. Denn nichts ist nerviger als geklauter Content. Auch wenn man den Abklatsch wohl als Kompliment sehen könnte; besser die Finger von billigen Kopien lassen und dem Original treu bleiben.

2 – Ein Tumblr ist nicht Genug

Ein Online-Magazin zu führen, bedeutet viel Arbeit. Doch auch wenn Herausgeber oft ein verzerrtes Bild völliger Selbstaufgabe vermitteln; unsere Arbeit bereitet uns Freude! Trotzdem: In 2k16 reicht es nicht mehr, nur einen akribisch gepflegten Tumblr-Blog zu führen, der wie ein einziges scrollbares Moodboard anmutet. Ein gut strukturiertes Blog, der im besten Fall nicht nur aus einem gekauften Theme besteht, freut nicht nur dich, sondern auch deine Leser.

3 – Ausgefuchst statt ausgelutscht 

Interviewfragen à la „Und wo bekommst du deine Inspiration her?“ sollte man nie wieder stellen. Habt ihr auf diese Frage jemals eine erleuchtende Antwort bekommen? Eben, wir auch nicht.

4 – Zuckerbrot und Rotstift

Nichts geht über inhaltlich fundierten und gut aufbereiten Content. Doch hinter jedem guten Text, egal wie klein er seien mag, sollte bitte ein noch besserer Lektor stecken, der notfalls auch mit ein bisschen Druck die Schreiberlinge auf den Richtigen Pfad führt. Denn oft genug gebühren eigentlich ihm die dafür eingeheimsten Lorbeeren.

5 – Die Unfähigkeit des gekonnten Kürzens

Unnötig gestreckte Texte, die mit 140.000 Zeichen den Geduldsfaden der Lektoren und Leser zum Zerreißen bringen, sollte man meiden.

6 – Keine Wunschkonzerte

Viele Interviewpartner wollen die Texte so sehr beschneiden oder modifizieren, dass vom Inhalt oft wenig übrig bleibt. 2k16 sollten wir definitiv geiziger mit der Erfüllung solcher (Sonder-)Wünsche umgehen.

7 – Print ist nicht TOT!

Video killed the Radiostar, das ist allen bekannt. Aber Blog und Magazin stehen sich nicht gegenseitig im Weg. Ende der Diskussion und weiter im Text.

8 – Newcomer statt Promi
Jemanden zu interviewen, der nicht schon eine 100k Fanbase auf Instagram hat, ist was gutes.
Werde zum Entdecker, denn so kannst du zu dem coolen Newcomer Magazin werden und das zeichnet dich aus.

9 – NEU ist das Schlüsselwort 

Klar gibt es Leute, die ihren Job wirklich sehr gut machen. Wenn allerdings immer wieder der gleiche, kleine Pool an Textern, Fotografen und Illustratoren angezapft wird, ist das nicht förderlich für Innovationen. Daher öfter mal neue Leute mit ins Boot holen!

10 – Aufgewärmt schmeckt’s noch besser

„Aufgewärmt schmeckt’s noch besser“, gilt eben doch nur für den Kartoffelgratin von Mutti. Generell sollte man nicht unterschätzen, wie ein komplett neues Erscheinungsbild nicht nur erfrischend auf die alten, sondern vielleicht sogar anziehend auf neue Leser wirken kann. Viele Blogs versuchen mühsam, ihre alten Strukturen beizubehalten, statt sich einfach mal komplett neu zu erfinden.

11 – Inhalt statt Clickbaits

Auch wenn Buzzfeed und Co oft genug zu unser aller Belustigung beitragen, bringt das schon fast inflationär benutze Copy-paste-Manöver bei diesen sogenannten Clickbaits auf Dauer nichts. Deshalb lieber dafür sorgen, gehaltvollen Content zu servieren!

12 – LIKE ist nicht gleich LIKE

Pushen ist ja schön und gut, aber auch im Jahre 2k16 ist es immer noch nicht cool, seine eigene Beiträge zu liken. Mit einem guten Netzwerk, das gerne bereit ist Posts zu teilen, ist man da besser dran.

13 – Kommunikation ist alles

In Zeiten von WhatsApp-Gruppen und Ketten-Mails gibt es genügend Tools, um mit mehreren Leuten gleichzeitig zu kommunizieren und sich auf den aktuellsten Stand zu bringen (hier unser Troll Artikel dazu). Daher sollte es eigentlich ein Leichtes sein, mit den richtigen Tipps ein funktionierendes Team auf die Beine zu stellen.

14 – Weniger Selbstverständlichkeit

Das Internet ist groß und weit und mittlerweile sind wir es gewohnt, dass uns alles, wonach wir suchen, frei zugänglich ist. Doch es sollte keine Selbstverständlichkeit sein, dass Online-Magazine nichts kosten. Auch wenn das Internetangebot grenzen- und meist kostenlos ist, darf man nicht unterschätzen, dass sich dahinter eine Menge Arbeit verbirgt, die entlohnt werden sollte.

15 – Von den Besten lernen

Die absolute Ablehnung des Mainstreams hat sich in der Indie-Herausgeber-Szene schon fast zu einem kleinen Fetisch entwickelt. Selbstverständlich sind wir unabhängige Schaffende. Dennoch kann man sich auch als sogenanntes Independent Magazine das ein oder andere Handwerk von den Großen abschauen. Also Scheuklappen im Jahr 2k16 besser zuhause lassen.

16 – Indie sein, heißt frei sein 

In jedem Falle sollten wir unsere Unabhängigkeit feiern und nicht versuchen, in einen kreativen Konservatismus zu verfallen, der immer weiter in eine breite Masse drängt – anstatt uns von ihr abzuheben. Denn Indie sein heißt: frei sein. Und wer frei ist, kann alles sein, was er möchte.

Text: Robin White

Headerbild: michael davis-burchat auf Flickr unter CC-BY-NC