Vom Flughafen aus zu arbeiten, ist großartig, und in Flugzeugen halte ich mich sowieso am liebsten auf. Dank jahrelanger Erfahrung als Business-Reisender und unendlich vieler Zwischenstopps habe ich gelernt, wie ich diese Zeit produktiv nutzen, ja in Gold verwandeln kann.

 

1. Internetverbindung 

Andy Kassier dataplan

Das Wichtigste in meinem Leben, abgesehen von Gesundheit, ist immer die Internetverbindung, immer. Viele Airports werben groß mit kostenfreiem WLAN, limitieren dieses aber auf 30 oder 60 Minuten. Für ungebremsten Konsum reicht das leider nicht aus, also gilt es, diese Blockaden zu überwinden: Mit LinkLiar kann ich ganz einfach die MAC-Adresse meines Notebooks ändern und den Routern vorgaukeln, ich hätte gerade erst den Flughafen betreten.

Auf die analoge Welt übertragen ist das so, als würde ich während eines Events meinen Anzug wechseln und mir immer wieder einen neuen Willkommensdrink genehmigen.

 

2. Stromanschluss  

Andy Kassier Steckdose Miami

Es ist nicht nur unser Körper, den wir mit Energie versorgen müssen – auch ein Laptop braucht regelmäßig welche. Die meisten Airports haben es geschafft, die Anzahl der Steckdosen sichtbar zu erhöhen, wodurch sich das mobile Arbeiten deutlich stressfreier gestaltet. Steckdosen finde ich meist überall, ob im Wartebereich, einem verlassenen Flur oder hinter der Bar (an der ich schon zum Frühstück einen Mimosa trinke). Hilfreich ist hier auch immer ein Adapter, da der uns vertraute Stecker in vielen Ländern in keine Steckdose passt.

Alternativ kann ich mein Notebook auch an meinen externen Super-Akku Hyperjuice anschließen.

 

3. Sitz- und Arbeitsplatz

Andy Kassier Lounge2 St Moritz

Viele Airports bieten Bereiche zum Arbeiten und Entspannen. Meine Empfehlung ist, seine Zeit in einer Lounge zu verbringen. Hier gibt es neben Speisen und (alkoholischen) Getränken auch viel Platz und Ruhe, und man bekommt vor allem das Gefühl, besonders zu sein. Wenn man weder Vielfliegerstatus, teure Kreditkarten oder eine Lounge-Mitgliedschaft hat, kann man auch einen Tageszugang kaufen. Bei vielen Lounges kann man einfach spontan vorbeischauen, bei manchen muss man aber vorher reservieren, das geht zum Beispiel über LoungePass.com.

Kleiner Tipp: Ihr solltet dort lieber nicht in einem Hawaiihemd auftreten, sondern besser etwas eleganter erscheinen. Ansonsten heißt es sehr schnell, die Lounge sei schon „voll“. Ab und zu hilft es aber auch, vor der Lounge zu warten und sich mit anderen aufrichtigen Geschäftsleuten über die Krawattenfarbe zu unterhalten, um sich dann als Gast einzuschleusen.

 

4. Konzentration

Andy Kassier Tennis concentration

Egal wo ich meinen Platz gefunden habe, jetzt geht es um den Fokus. Gegen schreiende Kinder und betrunkene Mittfünfziger helfen mir am besten ein paar Noise-Cancelling-Kopfhörer. Um die ruhige Atmosphäre wieder herzustellen, lasse ich mich auf noisli.com von entspannenden Hintergrundgeräuschen berieseln, oder lausche den bezaubernden Klängen von Tchaikovskys Nussknacker-Suite.­

 

5. Entspanne Dich

Andy Kassier Raffles Singapore

Wer es in der Klimaanlagenhölle nicht aushält, kann auch an einer Sightseeing-Tour teilnehmen. Vorreiter ist hier der Changi Airport in Singapur, der die Touren kostenlos anbietet. Aber auch in New York, Dubai, Paris, Bangkok und vielen anderen Städten ist das easy machbar.

Wer noch mehr Entspannung benötigt, holt sich am besten eine Schlafmaske. Mit etwas Glück findet man sie auch mit Kühlfunktion gegen Jetlag-Falten und geschwollene Tränensäcke. Das Allerwichtigste ist aber, immer die Zeit im Auge zu behalten und sich gegebenenfalls einen Wecker zu stellen.

Flüge fast zu verpassen, ist Mut – Flüge wirklich zu verpassen: nur Wut.

Bilder: Andy Kassier