Die türkische Sprache enthält viele unterschiedliche Wörter für die „Liebe“, die auch Teil des Alltagsgebrauches sind. Mich persönlich faszinieren die dazugehörigen Nuancen und der Klang der Worte. So scheint kaum ein türkisches Lied ohne diese „Lieben“ auszukommen. Ob alleine oder gemeinsam, auf den Straßen oder im Club: Aus voller Inbrunst singen die Menschen ihre Liebes-Hymnen mit. Und alle kennen den Text. Fast wie auf einem Helene-Fischer-Konzert, nur mit ein bisschen mehr Schwung aus der Hüfte.

Alltägliche Umgangsformen wirken bezeichnend für die Bedeutung der Liebe innerhalb einer Gesellschaft. Liebkosungen unter Freunden und Familienmitgliedern, aber auch gegenüber der hübschen Bedienung oder dem Gemüsehändler sind sehr geläufig; „mein Leben“, „meine Seele“, „Schwester“ oder „Onkelchen“. Man muss sich vorher nicht begegnet sein, um einen liebevollen Umgangston miteinander zu teilen.

Liebe ist jedoch in diesen Zeiten immer weniger zu spüren und deshalb ist sie besonders gefordert. Denn schon eine Weile ist das hier leider kein Helene-Fischer-Konzert mehr.

Die Loblieder auf die Liebe müssen lauter werden, ja fast penetrant.

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Text&Fotos: Sarah Ungan