https://www.youtube.com/watch?v=zJ-Pyhk7GQA

Privileg bedeutet auf lateinisch „das Recht der Einzelnen“. „White Male Privilege“ ist ein Konzept aus den Women und Gender Studies, das versucht, die sozialen und ökonomischen Vorteile von weißen (heterosexuellen) Männern gegenüber allen anderen gesellschaftlichen Gruppen zu beschreiben.

Aktuell wird die Begrifflichkeit vor allem wegen der Black-Lives-Matter-Proteste diskutiert. Vielleicht sind die Proteste auch der Anlass, den Film-Wettbewerb von MTV mit dem Titel Look Different zum Thema „Privileg“ zu veranstalten. Vielleicht war das Thema aber auch eine Reaktion auf den aktuellen U.S.-Wahlkampf, in dem die keifende Trump-Hyäne nationalistischen, sexistischen und diskriminierenden Hass auf alle gesellschaftliche Gruppen verstreut, die nicht der reaktionären Norm entsprechen wollen.

Der Kurzfilm American Male, erster Gewinner des Wettbewerbes, wurde letzte Woche veröffentlicht. Wie ein düsteres Gedicht rezitiert eine Stimme aus dem Off eine Anleitung zur „richtigen“ Männlichkeit. Der Regisseur Michael Rohrbaugh hat bereits mehrere Filme zu „LGBT“-Themen produziert und verarbeitete in American Male autobiographische Erlebnisse aus der amerikanischen Provinz. Zwischen Partys, Exzessen und Mutproben bekommt man ein Einblick in eine überstilisierte Welt mit streng festgelegten Rollenbildern. Diese Rollen scheinen eng verknüpft mit übertriebenen Nationalstolz. Zusammen bilden sie ein Identitätskonzept, das keine Abweichungen duldet.

Für mich ist American Male eine starke audiovisuelle Erinnerung daran, dass  außerhalb der geschlossenen liberalen Blase von den Kulturzentren der Großstädten ein engstirniges Männlichkeitskonstrukt den Alltag heranwachsender Männer dominiert.