Gut spielen, Tore schießen, viel laufen und Arbeitsmoral zeigen – all das reicht schon lange nicht mehr aus, um sich als Fußballprofi von der Menge abzuheben. Man muss ja schließlich auch noch den Swag aufdrehen und das auf Instagram, Facebook und Co dokumentieren. Doch was bedeutet eigentlich SWAG? Und noch viel wichtiger: Wie dreht man ihn am besten auf?

Um den Ottonormal-Swagger ein wenig aufzuklären, habe ich meinen weißen Kittel mit der Aufschrift SWAGENSCHAFTLER angezogen, ein paar völlig sinnlose Mindmaps gemalt, einen Purzelbaum durch einen Haufen Louis-Vuitton-Taschen gemacht und die wichtigsten Regeln für das Aufdrehen des Swags festgelegt.

Das Ergebnis präsentiere ich im Folgenden, vollendet veredelt in einer sogenannten TOP-LISTE. Weil – wollen wir ehrlich sein – heutzutage sonst kein Mensch mehr auf einen Link klickt. Außer vielleicht da steht noch „DAS WERDET IHR NICHT GLAUBEN!“ oder „HIER KLICKEN FÜR FREIBIER“.

Anyway. Los geht’s mit den ultimativen TOP-10-Regeln für Fußballer, die den Swag aufdrehen (wollen).

Warnung: Werden all diese Regeln auf einmal eingehalten, könnte es zu mittelschweren bis schweren Swagbeben und/oder Rissen im Raum-Swag-Kontinuum kommen. Sie wurden gewarnt.

 

1. AUFZUGSELFIE

UNTER KEINEN UMSTÄNDEN darf man, wenn man sich in einem Aufzug befindet, auf ein Selfie verzichten. Dabei ist es jedem selbst überlassen, ob man ein klassisches Selfie macht oder den Aufzugspiegel zur Hilfe nimmt. So oder so: Eine Fahrstuhlfahrt ohne Bild = 0 Swag-Punkte. Sorry not sorry. Guido Maria Swagmar wäre enttäuscht.

 

2. NIETENPFLICHT

Grundsätzlich gilt: Je mehr Nieten, desto besser. Dabei ist es völlig egal, wo man sie platziert. Schuhe, Kappen, Lederjacken. Im Grunde gibt es nur eine Faustregel: Immer, wenn dein Gehirn dir pragmatisch sagt „Nee, an die Stelle macht man doch keine Nieten dran. Das sieht doch schieße aus“, machst du bitte GENAU AN DIESER STELLE die Nieten dran.

 

3. ROTE ASTRONAUTENSCHUHE

Wenn man Swag-Punkte im hohen Bereich erzielen möchte, sind rote Sneaker ein muss. Das sind quasi die Basics. Das 1-mal-1 des Swags. Am besten sind jene, die ein bisschen so aussehen wie Astronauten-Schuhe. Irgendein Kanye-West- oder Designer-Gedöns ist meistens die sichere Wahl.

 

4. STRAMPLER

Du magst Hosen, die überall gleich breit beziehungsweise eng sind? Dann bist du beim Thema Swag an der komplett falschen Adresse. Für die Beinbekleidung gilt: Die Hose muss obenrum sehr Weit und untenrum gleichzeitig sehr eng sein. Außerdem sollte man auch den Stoff berücksichtigen. Sweatpants, die oben zu weit und unten zu eng sind, gehen eigentlich immer, da sie den klassischen Strampler-Look haben. Beim Thema Jeans ist es etwas komplizierter. Da spielen noch andere Faktoren eine Rolle. Z.B. muss die Jeans Löcher haben. Und Nieten.

 

5. PEACE-ZEICHEN

Die vielleicht einfachste Swag-Regel: Peace-Zeichen sind IMMER und grundsätzlich seitlich falschrum in die Kamera zu halten. Niemals „normal“!


6. KAPPEN

Kappen spielen beim Swagaufdrehen traditionell eine große Rolle. Eine Kappe ist ein tolles Accessoire, das sich mit fast jedem Outfit kombinieren lässt. Sie bietet Spielraum für Farbe, coole Botschaften (z.B. einen coolen Spruch, den eigenen Namen oder die eigene Trikotnummer) und natürlich für Nieten. Doch Vorsicht! Eine Kappe darf NIEMALS ganz „normal“ aufgesetzt werden. Um den Swag aufzudrehen, muss man sie seitlich-falschrum aufsetzen.

 

7. COMOUFLAGE

Auch wenn die Kleidungsstücke schwer zu finden sind (weil sie ja getarnt sind), sollte man immer zumindest einen Teil des Outfits im Camouflage-Look haben. Ein beliebtes Tarnmuster ist WALD, doch gern gesehen sind auch ausgefallene Muster wie SCHNEE oder FEUER

 

8. BEATS BY DRE

Mit Apple-Kopfhörern macht man sich keine Swag-Freunde. Es müssen schon kabellose Beats sein. Aber: immer nur lässig-cool über ein Ohr ziehen. Mit beiden Ohren Musik hören? HAHAHA, als ob. Mega uncool.

 

9. T-SHIRT LÄNGE

Auch beim Thema T-Shirt gibt es eine Fausregel: Je länger das T-Shirt, desto besser. Bonus gibt es für V-Necks oder ausgefallene Schnitte. Aber im Grunde muss es einfach nur sehr lang und sehr eng sein.

 

10. WEITERE ACCESSORIES

Last but not least: Wenn man den Swag so richtig aufdrehen möchte, sollte man sich noch ein paar Accessoires zulegen. Folgende gehen auf jeden Fall, allerdings sind der Fantasie natürlich keine Grenzen gesetzt:

– Geile Karre
– Goldketten (viele)
– Geile Uhr
– Privatjet
– Hoverboard
– Segway

und noch so weiter.

Wir merken uns also: Swag aufdrehen ist keine einfache Sache. Es bedarf großer Übung und Erfahrung. Als Swagger wird man nicht geboren. Es ist harte Arbeit. Aber keine Sorge: Um auf dem Laufenden zu bleiben, müsst ihr euch eigentlich nur regelmäßig auf den zahlreichen Instagram- und Facebook-Kanälen umsehen, beispielsweise dem von Jerome Boateng, Rolf Feltscher, Mitchell Weiser oder Leo Bittencourt.

Oder ihr folgt einfach Fußballer, die den Swag aufdrehen. Damit macht ihr mir sogar persönlich eine kleine Freude. Weil ist ja meine Seite und so. In diesem Sinne: Peace Out. *mic drop*

Headerbild: Pogba via Shutterstock