Ende 2013 haben Julia und ich Newniq gegründet, eine Online-Plattform für Produktdesign. Designer konnten dort ihre Produktideen vor der Produktion vorstellen und erst einmal genügend potenzielle Käufer von ihrem Design überzeugen. Crowdbuying für kuratiertes Produktdesign haben wir es genannt. Der Käufer erhielt ein tolles und einzigartiges Designprodukt und der Designer musste nicht in Vorkasse gehen, ohne zu wissen, ob es überhaupt genügend Käufer und Fans für seine Idee gab.

Im April diesen Jahres haben wir nun genau diese Idee begraben, unseren Design-Shop dichtgemacht. Unsere einstige Gründungsidee gekillt.

Von der Entscheidung, die Geschäftsidee zu begraben

Die Entscheidung ist uns alles andere als leicht gefallen. Wenn wir davon erzählten, blickten wir häufig in überraschte Gesichter. Doch für uns war es die beste Entscheidung, die wir Anfang des Jahres treffen konnten. Jetzt konzentrieren wir uns wieder voll auf unsere Stärken und auf das, was uns Spaß macht.

Aber mit dem Ende unseres Design-Shops stirbt Newniq nicht. Im Laufe der Zeit hat sich nämlich neben dem Shop unser Interior Blog Newniq entwickelt. Auf diesen Teil von Newniq haben wir uns seither nun voll und ganz konzentriert, denn hier liegt unsere Passion. Entwickelt hat sich der Blog aus dem Shop, das ist ganz klar und nie hätten wir woanders so viel gelernt, wie wir es mit unserer Geschäftsidee getan haben.

Was war eigentlich passiert?

Der Newniq-Shop ist mit einem für uns lauten Knall gestartet. Es hätte wahrscheinlich nicht besser laufen können. Tolle Presse, tolle Designs und natürlich tolle Kunden. Wir waren völlig in unserem Element, haben ausgewählt, neues entdeckt, waren begeistert. Wir haben Designideen zur Produktion verholfen und interessante Geschichten hinter den Designs erfahren und publiziert.

Doch nach und nach kamen wir im Tagesgeschäft an. Auch das hat Spaß gemacht, doch irgendwann haben wir gemerkt, dass wir viel lieber die Geschichten hinter den Designs erzählen und schöne (Design-)Ideen präsentieren möchten, als im Shop irgendwelche Programmier-Anpassungen zu machen und wieder mal die leidigen Versandkosten anzupassen. Klingt jetzt vielleicht ein wenig nach „Wünsch dir was!“, meint aber: Konzentrier dich auf das, was dir wirklich liegt.

Es hatte in der Tat ein wenig gedauert, bis wir uns eingestehen konnten, dass das, womit wir gestartet waren, vielleicht einfach nicht ganz unsere Stärke war. Denn ja, die kreative Arbeit, das Präsentieren vielversprechender Designs, das macht uns Spaß, das ist unsere Stärke. Der Beruf eines Shop-Betreibers – denn das waren wir letztendlich – ist es eben nicht.

Auf zu neuen Ufern – auf zu unseren Stärken

Es kostet so viel Kraft zu versuchen, an etwas dranzubleiben, was einem nicht zu hundert Prozent liegt. Man rafft sich auf, man spricht sich Mut zu. Aber warum eigentlich? Weil es das ist, womit man „nach draußen gegangen ist“, weil es das ist, womit einen die anderen „identifizieren“? Genauso wie sich unsere Geschäftsidee entwickelt hat, haben auch wir uns (weiter-)entwickelt. Und vielleicht hat es auch genau diesen Schritt gebraucht, dass wir uns ab sofort einfach nur noch auf das konzentrieren, das uns Spaß macht und uns liegt, nämlich unserem Design- und Interior Blog Newniq.

Ein bisschen traurig über das Ende unserer Geschäftsidee sind wir trotzdem. Aber wir wissen, dass wir jetzt besser und fokussierter an und mit unseren Stärken arbeiten. Und das machen wir da, wo es uns am meisten Spaß macht: Auf unserem persönlichen Interior Blog. Back to the strenghts.