Foto: Jule Müller
Foto: Jule Müller

Kann ich guten Bewegtbild-Content mit meinem eigenen Smartphone produzieren? Und wenn ja, worauf muss ich achten? Das möchte ich heute herausfinden und besuche deshalb verschiedene Workshops zu diesem Thema.

Workshop: Videoproduktion mit dem Smartphone

Erste Erkenntnis im ersten Workshop des Tages: Alle gängigen Smartphones eignen sich für gute Videoproduktionen, man braucht nicht zwingend teures Zusatzequipment. Bei Paul Ohmert von holimother war schnell klar, worauf es ankommt. Wir starteten den Tag mit vielen praktischen Tipps wie beispielsweise zur richtigen Einstellung der Kamera, zu Blenden und Belichtung. Ich nehme mit, in Zukunft auf keinen Fall mehr zu zoomen. Besser ist es, nah ranzugehen. Das habe ich dann mit meiner Mitstipendiatin Hannah auch direkt gemacht. Im Rahmen unserer Gruppenarbeit in Pauls Workshop erstellten wir einen 20-Sekünder, um die ersten Learnings anzuwenden.

Den Aufhänger für unseren Film bildete die letzte Neon-Ausgabe, die in diesen Tagen erscheint. Wir inszenierten unser kleines Video entsprechend vor einem Späti in der Nähe und berichteten darüber, wie Neon unsere Jugend geprägt hat. Mehr als den Sprecher sowie zwei Stimmungsbilder konnten wir in der kurzen Zeit nicht einfangen. Es war aber schon mal ein Anfang. Morgen geht der Workshop in die zweite, vertiefende Runde. Wir sind gespannt!

Auch Smartphone Videos können gut gemacht und spannend inszeniert sein. Wie erklärt Paul in seinem Workshop. Foto: Jule Müller

USP: Erfolgsfaktor für Videos im Netz

Zweite Erkenntnis im zweiten Workshop des Tages: USP (Alleinstellungsmerkmal) schlägt Überlegungen zur Zielgruppe und Format. Bei Cem Tekin ging es einerseits um die verschiedenen Plattformen, Apps und Voraussetzungen, um erfolgreich Filme im Netz zu verbreiten. Andererseits lag der Fokus auf der Frage, welche Geschichte man erzählen möchte und welches Ziel man als Marke/Organisation/Person verfolgt. Cems Tipp: Erst eine gute, überzeugende Botschaft entwickeln und im zweiten Schritt an die Zielgruppe denken. Für mich war das ein guter Impuls, denn in der Praxis kommen solche Überlegungen manchmal vor lauter Veröffentlichungsdruck zu kurz. Gemeinsam wunderten wir uns außerdem über trending Apps wie musical.ly, die besonders bei der sehr jungen Zielgruppe der 10-16-jährigen beliebt sind. Eine Teilnehmerin brachte es abschließend auf den Punkt, als sie den Erfolgsfaktor vieler Filmformate im Netz beschrieb: „Wenn se nicht knallen, sind se nix.“

Knallen musses – Workshopleiter Cem erklärt wie. Foto: Jule Müller

Mit dem Blog Geld verdienen

Dritte Erkenntnis im dritten Workshop des Tages: Die Agenturen haben dazugelernt. Frank von iHeartBerlin erhält mittlerweile so gut wie keine professionellen Anfragen mehr, in denen davon ausgegangen wird, dass er als Blogger umsonst arbeitet. Anhand von drei Beispielanfragen diskutierten wir, was Agenturen bei Kollaborationsanfragen beachten sollten. Außerdem überlegten wir, welche Influencer und Blogs zu fiktiven Kunden passen würden. Als Leserin von iHeartBerlin der ersten Stunde habe ich mich persönlich gefreut, an Franks Workshop teilzunehmen und mehr über den Blog „hinter den Kulissen“ zu erfahren.

Mehr von Johannas erstem Workshop-Tag könnt ihr hier lesen.

Autorin: Johanna

Johanna arbeitet seit mehr als sechs Jahren als Projektmanagerin in einer Berliner Agentur für politische Kommunikation. Sie möchte bei der CCW erfahren, wie sich gute Geschichten in noch besseren Content übersetzen lassen, auch für Organisationen und Institutionen mit kleinem Budget. Privat ist sie gerne bei Instagram unterwegs. Und in Berliner Photoautomaten.