Foto: Jule Müller
Foto: Jule Müller

Social Media dominiert meinen Alltag. Der Wecker klingelt, die Hand greift zum Handy, ich erwache mit Instagram und Facebook. Beim Zähneputzen werde ich auf Youtube Zeugin von Donald Trumps neuestem Fehltritt, beim Kaffeetrinken twittere ich darüber.

Ganz so, wie es sich für einen Millennial gehört. Ich bin ein winzig kleiner Fisch in einer Flut von Usern. Heute, am letzten Tag der Content Creation Week, könnte sich das ändern.

Kleine Fische, große Ziele

Justine Leconte ist die Leiterin unserer ersten Workshopgruppe. Auf ihrem Youtube-Kanal teilt sie wöchentlich Eindrücke aus dem Alltag ihrer Karriere als Modedesignerin. Mit ihren Analysen über Brautkleider, Modetipps aus der französischen Hauptstadt und Styleanalysen hat sie es innerhalb von drei Jahren auf über 380.000 Abonnenten geschafft. Von ihr lerne ich, dass Erfolg vor allem Konsistenz und eine klare Botschaft braucht. Oft verliert man vor lauter Ideen den Überblick über die eigentliche Agenda. Auch ich hadere schon lange mit einer konkreten Idee. Vor allem aber fürchte ich mich vor Hashtags. Laut Leconte gehören diese aber einfach zum Berufsalltag dazu. Ich nehme mir vor, meine Bedenken über Bord zu werfen und poste demonstrativ ein neues Bild auf Instagram. Mit vielen Hashtags. #schwammdrüber Und siehe da! Die Likes sprechen für sich. Wie gestern nehme ich nicht nur konkretes Wissen aus den Workshops mit, sondern kann es auch direkt anwenden.

Fernweh und Sneaker-Taufen

In der Pause wage ich mich kurz auf den regenüberströmten Innenhof. Ein einsamer Lametta-Faden weht an mir vorbei. Die Fête de la Blogfabrik wird kurzerhand nach drinnen verlegt. “Wundert euch nicht, wenn es während den Workshops ein bisschen rappelt, wir rollen die Wodka Fässer schonmal rein.” lässt Geschäftsführer Volker Zanetti verlauten. Bevor es losgeht, spurte ich noch schnell in meinen letzten Workshop der Woche.

In “Demystifying Digital Nomadism” erklärt uns Freiberufler und hauptberuflich Reisender (… kein Scherz. Das geht!) Keith Telfeyan, dass Reisen und Arbeiten keine unmögliche Kombination darstellen muss. Es kommt weniger auf’s Geld, als auf die richtige Planung und gute Kontakte an. Und ist die verstohlene Alltags-Träumerei zu Südseestränden oder Berggipfeln nicht auch irgendwo eine Reise? Gewappnet mit einer nicht enden wollenden Ideen- und Linkliste endet mein Tag auf der Content Creation Week. Ich habe in den letzten Tagen verschiedenste Themenbereiche gestreift, gelernt und geschliffen. Eine Erkenntnis zieht sich wie ein roter Faden durch diese Woche: Es kommt nicht darauf an, womit man anfängt. Sondern darauf, dass man es einfach tut.

 Autorin: Hannah

Hannah schwimmt seit dem Abschluss ihres Journalismus-Studiums in verschiedensten medialen Gewässern. Sie textet, photoshoppt, filmt und instagrammt – und versucht auf der CCW, herauszufinden, ob es sich lohnt “Irgendwas mit Medien” ein wenig einzugrenzen.