Der letzte Tag hat begonnen und ich bin ein wenig traurig, dass die CCW18 schon fast wieder vorbei ist. Zum Glück steht heute Abend noch die Abschlussfeier an, das tröstet doch sehr. Also mache ich mir einen Kaffee und gehe durch meinen Kalender auf dem Handy, um Termine zu checken. Scheint ein volles Wochenende zu werden; meine To-do-Liste quillt fast über …

Wozu Paper, wenn doch Smartphone

Als erster Workshop steht heute „Analog statt Digtal – Wie du mithilfe eines Journals deine Produktivität maximal steigern kannst“ mit Lena Lammers an. Die freie Journalistin und Social-Media Managerin entdeckte vor zwei Jahren das Bullet-Journal System für sich und erklärt uns nun die Vorteile der Selbstorganisation mit Stift und gebundenen Papier.

Prokrastinieren ist mit einem Journal deutlich unangenehmer: In der App fällt das wegwischen von Aufgaben leicht, das Durchstreichen, Übermalen auf der so sauberen Seite kriegt aber niemand reinen Gewissens übers Herz.

Mit klaren Zielen und ohne Löschfunktion

Nach Lena liegt das Hauptaugenmerk nicht auf der Optik eines Journals (auch wenn es viel hermachen kann, wie man auf Lenas Instagram-Account hier sehen kann) sondern auf den Zielen, die man zu Anfang des Jahres, des Quartels usw. neu definiert, aufschreibt und, wie man anstehende Aufgaben daran ausrichtet und möglicherweise völlig überdenkt.

Auch ich hab ein Journal bei mir, welches ich bislang jedoch nur mit losen Notizen füllte. Motiviert mache ich mich an die erste Seite und schreibe meine Ziele auf, doch leider bleibe ich beim Ausschmücken genau dieser ersten Seite hängen und komme nicht mehr zur nächsten Seite, als die Klingel ertönt.

Geht BibisBeautyPalace etwa auch seriös?

Designerin und Influencerin Justine Leconte holt uns mit fester Stimme und strammer Haltung ab: das „Youtube Bootcamp“ steht an. Meine Begrüßungsworte sind eingeübt, meine Bitte um Likes klingt längst nicht mehr so armselig wie zu Beginn und als Justine ihren Workshop einleitet, ist die militärische Stimmung auch ganz verflogen.

Justine Leconte officiel hat mit ihrem Youtube-Channel einen Nerv getroffen und hat innerhalb von nur zwei Jahren über 300 Tausend Abonnenten gesammelt. Neben den Tricks, wie man Headline, Thumbnail und Tags besonders Youtube freundlich gestaltet, geht es ihr besonders um genau ihre Community, die sie immer wieder durch den aktiven Austausch in den Kommentaren auf neue Ideen bringt und, die sie deswegen mit einem Video jeden Sonntag genau um 12 Uhr Mittag verwöhnt.

Der Traum für jeden, ohne Ersparnisse, aber mit Wanderlust

Da mir das Reisen unglaublich gefällt, denke auch ich über einen Reise-Vlog auf Youtube nach. Es wäre ja ein Traum unterwegs, immer an verschiedenen Orten, arbeiten zu können. Dass das gar nicht unvorstellbar ist, möchte uns Redakteur Keith Telfeyan in seinem Workshop „Demystifying Digital Nomadism“ zeigen.

Da Keith mit seinem Laptop eigentlich überall effizient arbeiten kann, wo es Internet gibt, tut er das auch und reist schon bald durch die Baltikstaaten auf dem Weg nach Mutti Russland. Egal, ob in Riga, Helsinki oder Sankt Petersburg – überall gibt es Angebote oder zumindest Cafés mit gutem Internet. Diese neue Art zu Leben und Arbeiten hat die Grenze von Arbeit und Freizeit weiter aufgeweicht und mächtige Firmen entstehen lassen, die überall die gleichen Gebäudekomplexe aus dem Boden stampfen.

Ein Grund zum Feiern

Während wir drinnen die großen Gefahren einer interessanten Zukunftsperspektive überdenken, startet draußen im Hof die Abschlussparty. Der Bass dröhnt durch das Backsteingebäude und lange halten auch wir es nicht mehr auf unseren Stühlen aus. Ein jeder Teilnehmer der Content Creation Week 2018 sieht sich wieder, schnackt, tanzt und lacht, bis es dunkel geworden ist, und denkt sich: Bis zum nächsten Jahr, bis zur nächsten CCW!

Autor: Carl Fenski

Carl ist weitgereister Abiturient und begeisterter Fußballfan. Er hat viele Ideen, wie er seine Leidenschaft zum Beruf zu machen will, aber noch wenig Skills in den Medien. Daher besuchte er die CCW18 um alles zu lernen, was es braucht.